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  1. #11
    Erfahrenes Mitglied Daddel König
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    Beim Streik gehts nicht nur darum, für sich selbst Vorteile zu ergattern, sondern man muss seinem Gegenüber (dem Arbeitgeber) zeigen, dass man nicht alles mit sich machen lässt. Ohne Gewerkschaften hätten wir eine 60 Stunden-Woche und würden auch Samstags 10 Stunden arbeiten für die Hälfte des jetzigen Lohnes (etwas übertrieben ). Dann wäre es noch so wie zu den Zeiten der Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts.

    Obs uns allen zu gut geht? Relativ gesehen ja, ich find immer jemandem, dems schlechter geht wie mir oder anderen. Aber wenn du mal im Fernsehen alleinerziehende Mütter siehst, die ihrem Kind den halben Monat nur Nudeln mit Ketchup anbieten können, weil nicht mal Geld fürn Wurstbrot da ist, find ich nicht dass es uns allen zu gut geht. Aber ansonsten ist jeder seines Glückes Schmied (um mal n tollen Spruch zu bringen), und den Amerikanern gehts besser als uns, denn die dürfen Gears of Wars spielen und Knarren kaufen und haben keinen TÜV, der den Autobastlern den Spaß verdirbt (Achtung Ironie, aber es zeigt, dass es immer auf den Blickpunkt ankommt).

    Außerdem ne interessante Blickweise. Jetzt da die Post gestreikt hat, kommt der Bäcker nach mehreren Jahren gleichen Lohnes auch auf die Idee, für mehr Geld zu streiken Bäcker ist auch so ein Beruf, von dem man eigentlich nicht leben kann. Ich setz mal für mich als "Mindestanspruch", dass man von einem Vollzeitjob ein selbständiges und finanziell unabhängiges Leben führen können muss. Zwar nicht luxuriös, aber solide. Frag mal ne Friseuse oder nen Bäcker, ob sie oder er sich ne eigene Wohnung leisten kann. Viele Niedrig-Lohnjobber (die für mehr Geld streiken) werden oft vom Arbeitsamt, Sozialamt oder Jugendamt (falls Kinder dabei sind) bezuschusst, weil das Nettogehalt (mit Kindergeld) allein nicht reicht um zu leben. Und mal als Beispiel, schau mal "Frauentausch" auf RTL2 an, da kannst mal sehen, wie manche Leute hausen. Ist zwar nicht ganz die Realität, aber es zeigt doch, dass es nicht überall schön ist.

    Warum wir so viele Arbeitslose haben?
    1. Ältere Arbeitnehmer (ab 50) werden abgeschoben aus Altersgründen und keiner stellt die mehr ein. Unverschuldet wird man Langzeitarbeitsloser ohne Perspektive.
    2. Die Faulen (nicht die Blöden). Ja die gibt es. Zwar keine Zahlen, wieviele es wirklich sind, aber einige haben es sich gut eingerichtet um sich als Arbeitsloser durchfüttern zu lassen.
    3. Der falsche Beruf. Manche Berufe sind einfach nicht mehr gefragt bzw. übersättigt. Es gibt z. B. viele, viele Schneiderinnen, aber nicht genug Arbeitsplätze dafür, da dieser Industriezweig in Deutschland ausgestorben ist. Oder Berufe, die überlaufen sind. Es sind oft keine "schlechten" Berufe dabei. Die landen dann irgendwann in der Umschulungs-Schleife. Man wird vom Arbeitsamt auf Umschulungen gezwungen, egal ob die Umschulung gewollt ist oder Sinn gibt.
    4. Die Unfähigkeit der Arbeitsämter. Wer sich aufs Arbeitsamt verlässt, ist verlassen. Liest und sieht man oft genug im TV. Aber ist keine Ausrede, man muss selbst um Arbeit schauen.
    5. Traurig oder wahr, aber es gibt die schwer Vermittelbaren. Kein Schulabschluss, keine Ausbildung, kein Talent und keine Arbeitseinstellung. Klingt böser als es ist, aber für manche Leute gibts eigentlich keine Berufe, für die sich geeignet wären.
    6. Arbeitnehmer über 60 werden gekündigt und sitzen noch 2 - 5 Jahre ab, bis sie die Rente beantragen können. Ähnlich wie bei 1.

    Von den 6 Punkten klingen manche arg böse. Ist nicht so gemeint, aber es ist schwer, dass dann noch neutral zu formulieren.

    Gruß Klaus

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