"Wir müssen die Initiative ergreifen und dem Publikum ein Signal geben", hatte Bert van Marwijk vor dem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld von seiner Mannschaft gefordert. Die ließ seinen Worten Taten folgen. Der BVB präsentierte sich entschlossen in den Zweikämpfen und zeigte durchaus sehenswerte Kombinationen, auch wenn sich die Mannschaft gegen die kompakte Ordnung der Ostwestfalen mitunter schwer tat. Doch Einstellung und Engagement der Borussen stimmten.
Marc Andre Kruska war immer wieder bemüht, seine Mitspieler aus dem defensiven Mittelfeld heraus über die Außen in Position zu bringen. Ein probates Mittel gegen Arminia Bielefeld, das bis dato neun sein elf Gegentreffer über die Außen kassiert hatte. Fast schon logisch, dass sich auch die erste Chance dort entwickelte: Der starke Florian Kringe setzte sich in der 11. Minute bei einem Konter eindrucksvoll auf rechts durch, nach einem Doppelpass mit Smolarek tauchte er allein im Bielfeder Strafraum auf, konnte den Ball auch aus 11 Metern im Tor der Arminen versenken, doch der Treffer zählte nicht. Günter Perl erkannte das Tor wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung Kringes nicht an. Eine Fehlentscheidung, wie die TV-Bilder belegten. Kringe hatte erst in letzter Minute vor dem Spiel den Vorzug vor Nuri Sahin erhalten.
Drei Minuten später hätte eine weitere Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns dem BVB auf der Gegenseite fast den Rückstand beschert: Zuma stand nach einem Zuspiel im Strafraum zwar im Abseits, doch der Wink mit der Fahne blieb diesmal aus. Der BVB hatte Glück, vielleicht war es auch ausgleichende Gerechtigkeit, dass Artur Wichniarek die Flanke von Zuma nur gegen den Pfosten lenkte. Den Nachschuss von Jörg Böhme verhinderte dann ein beherzter gemeinsamer Einsatz von Christian Wörns und Roman Weidenfeller.
In der Folgezeit nahm Borussia Dortmund das Spiel in die Hand und kam über die Außen immer wieder zu aussichtsreichen Chancen. Doch Nelson Valdez mit einer Doppelchance (25.), Verteidiger Martin Amedick mit zwei Kopfbällen nach Ecken des starken Leonardo Dede (32./38.) und Florian Kringe mit einem wuchtigen Distanzschuss (42.) scheiterten entweder am starken Arminen-Torwart Matthias Hain oder verfehlten das Tor nur knapp. Nach einer ordentlichen, leider torlosen ersten Halbzeit verabschiedeten sich die Borussen in die Kabinen. Die Arminen hatten sich in der Schlussphase der ersten Hälfte darauf beschränkt, die Räume eng zu machen und auf Konterchancen zu warten.
Beide Teams gingen beherzt zur Sache. Hier duellieren sich Tinga und Schuler.
Auch nach dem Seitenwechsel war der BVB weiter bemüht, einzig der Führungstreffer wollte nicht fallen. Nachdem er sich stark im Strafraum durchgesetzt hatte, fand Tinga mit seinem Pass nicht zu Ebi Smolarek (54.). Umso überraschender fiel die Bielefelder Führung, auch wenn Schiedsrichter Günter Perl dabei erneut keine glückliche Rolle spielte: Nelson Valdez und Petr Gabriel prallten mit den Köpfen zusammen, beide Spieler wälzten sich mit Schmerzen am Boden, doch Schiedsrichter Günther Perl ließ das Spiel laufen. In direkter Folge leitete Rüdiger Kauf mit einem langen Pass den Konter ein, Wichniarek setzte sich dabei gegen Wörns, Amedick und Degen durch und schob den Ball an Weidenfeller vorbei ins Dortmunder Tor ein: 1:0 aus Sicht der Gäste in der 68. Minute, das vierte Saisontor von Wichniarek. Dies alles war geschehen, während Valdez und Gabriel in der Bielefelder Hälfte am Boden lagen.
Durch den Gegentreffer zeigte sich der BVB unter den Augen der 74.300 Zuschauer im SIGNAL IDUNA PARK kurzzeitig verunsichert. Bert van Marwijk reagierte in der 81. Minute mit einem Doppelwechsel: Für die starken Kringe und Valdez kamen Sahin und Brzenska, zuvor war schon Pienaar für Kruska eingewechselt worden (79.).
Als sich die meisten Zuschauer schon mit einer Niederlage abgefunden hatten, wurde der BVB in der Nachspielzeit für sein beherztes Auftreten doch noch belohnt: Gabriel riss Smolarek im Strafraum um, diesmal entschied Günter Perl für den BVB und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Alexander Frei verwandelte den Foulelfmeter eiskalt (93.). Der mehr als verdiente Ausgleich für den BVB, auch wenn drei Punkte auf Grund einer der besten Leistungen in dieser Saison, besonders in der ersten Hälfte, mehr als verdient gewesen wären.
Quelle: bvb.de
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Thema: Borussia Dortmund
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04.11.2006, 19:30 #11Erfahrenes Mitglied Gamepad-Junkie
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