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Neben all den 1st und 3rd Person Shootern in denen es meist in Rambo Manier vorwärts gegen große Gegnerhorden geht, kann ein Sniper Spiel zur Genreperle werden. Das dürfte wohl auch erklären, warum Sniper Ghost Warrior mittlerweile in die dritte Generation geht. Technisch waren die Titel bisher zwar nicht immer hervorragend umgesetzt und oftmals zu linear, aber die Entwickler versprachen Verbesserung und so machten wir uns auf - als Ein Mann Armee - in den Krieg zu ziehen.

Bruder wo bist Du?

Im Spiel erlebt man die Geschichte der North Brüder. Zwei US Amerikaner, von denen einer gerade pubertierend zusehen muss, wie sein großer Bruder in Afghanistan seinen Militärdienst als Scharfschütze leistet. Soweit die Flashbacks, denn die Geschichte startet zu einem späteren Zeitpunkt.

Prorussische Separatisten sind in Georgien auf dem Vormarsch und versuchen das Land unter Kontrolle zu bringen. Dabei wird einer der Brüder entführt und es beginnt ein Abenteuer, welches natürlich diverse Verstrickungen offenbart.

Leider muss man jedoch bereits hier erste Tiefschläge als Spieler hinnehmen, denn die Videosequenzen strotzen nicht nur vor einer schlechten Synchronisation und absolut austauschbaren Charakteren. Sie sind zudem holzig und abgehackt. All die Emotionen die man versprühen möchte, werden direkt im Keim erstickt. Die Figuren wirken austauschbar und können sich nicht zum Spieler binden. Man zuckt also mit der Schulter und starte in das Spiel…

Wenn die Menümusik zum ständigen Begleiter wird

Kaum hat man die hölzernen Animationen und die schlechte Synchro verarbeitet, gibt’s auch sogleich den nächsten Treffer – Mitten ins Gesicht. Es empfängt uns der Ladebalken untermalt mit folkloristischer Georgischer Musik und dann passiert lange nichts…

…lediglich der Musiktitel startet seinen Loop nach einigen Minuten. Sniper Ghost Warrior 3 nimmt sich entspannte VIER Minuten Zeit, um das Spiel zu laden und die Spielwelt zu starten. Mal eben schnell ein wenig in der Welt umherstreunen oder eine Mission spielen – wohl eher nicht.

Alles neu in der Open World

Hat man die langen Ladezeiten der neuen Spielwelt überstanden, startet man sogleich in sein Abenteuer. Als größte Neuerung haben die Entwickler sich eine offene Spielwelt erdacht und wollen so dem Spieler mehr Abwechslung bieten und die in den Vorgängern so kritisierten Schlauchlevel umgehen.

Was in den ersten Minuten oder Stunden noch als eine dürre und ausgeleerte, da vom Bürgerkrieg zerfressene Landschaft darstellt, entpuppt sich jedoch am Ende in eine leere und uninteressante Spielwelt. Alles wirkt nahezu unbelebt.

Die klassischen Aspekte eines Open World Spiels auch einfach mal in der Umgebung umherzuwandern bekommt hier zu Beginn Anreize durch interessante Orte und kleinere Nebenmissionen, aber leider verschwindet der Reiz bereits nach sehr kurzer Spielzeit, da die Nebenmissionen zu wenig Abwechslung bieten. Hier verschenken die Entwickler erhebliches Potenzial. Da hilft es auch nicht, dass es reichlich Sammelobjekte gibt, die es zu finden gilt.

Zum Glück werden beim Passieren von Schnellreisepunkten diese automatisch auf der Karte aktiviert, sodass man im weiteren Spielverlauf dann auch ohne umständliche Reisen quer durch die Areale nah an seinen Zielort kommt.

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Fazit

Während der OpenWorld Gedanke die Möglichkeiten zur Missionsplanung und zum Herangehen an die Mission erweitert, stört der Rest mehr als er das Spielerlebnis positiv beeinflusst. Zumal die Story dann ja doch linear gespielt werden muss.

Der Grund, dann doch irgendwie immer wieder das Spiel zu starten und die ein oder andere Mission zu spielen, lag dann einzig am Sniper-Spielgeschehen selber, denn das Spielen der Hauptmissionen bietet dann doch immer wieder Abwechslung und fordert den Spieler auf unterschiedliche Weise. Eine gute Abwechslung zu klassischen Shootern.

Technisch kann Sniper Ghost Warrior 3 leider überhaupt nicht überzeugen und sorgt auch mit dem Open World Ansatz für wenig bis kein Wiederspielwert. Da dürfte auch der angekündigte und nach dem Sommer erscheinende Mehrspielermodus nicht drüber hinweg täuschen. Sniper Ghost Warrior 3 wird doch wie seine Vorgänger schnell in der Versenkung verschwinden. Eher leichte Kost, die man von der Grabbelkiste mal mitnehmen kann. Als Vollpreistitel leider eher ein Ausfall.


Bewertung

Pro

  • Scharfschützenspiel
  • Echtzeit Wetter und Tag/Nachtsystem
  • Stealth Gameplay ist immer möglich
  • Missionen können unterschiedlich angegangen werden

Contra

  • Austauschbare Charaktäre
  • Schlechte Synchronisation
  • Open World ist leblos
  • PopUp und Clipping Fehler
  • Sehr lange Ladezeiten
  • Multiplayer derzeit noch nicht verfügbar

Grafik 6 von 10
6/10
Sound / Synchronisation 4 von 10
4/10
Spielewelt 3 von 10
3/10
Umfang 6 von 10
6/10
Spielspaß 7 von 10
7/10
Gameplay 7 von 10
7/10
6

5 Kommentare

StarBG So, 28.05.2017, 22:27 Uhr

Ja, leider ist es nicht sehr gut gelungen.

zHeinekenX Fr, 26.05.2017, 20:35 Uhr

schade.... hab nur den 1 teil gezockt und fand den Super. Sieht man mal, wie man alles zerstören kann !

XBU Mastermind Fr, 19.05.2017, 17:43 Uhr

Hab mich letztlich jetzt durchgekämpft. Allerdings nur Mission nach Mission gestartet. Den ganzen OW Teil braucht kein Mensch. Dann bleibt zumindest ein ähnliches Gefühl wie nach den letzten beiden Sniper Spielen.

Leider aber auch noch mehr Fehler mit fehlenden Texturen, nicht korrekten Rendermodellen oder nicht ausgelöste Sequenzen. So habe ich einen Gegner bereits vorab eliminiert der innerhalb der Mission von Raquel als Auftrag an mich getötet werden soll - blieb nur derNeustart der Mission dafür Damedarauf beharrte "Töte den Typen auf dem Turm....." da war nur keiner mehr

NoC Revenge Fr, 19.05.2017, 16:24 Uhr

Kann das ganze leider nur bestätigen. So der Hit war es leider nicht. Das sich das Geld gelohnt hat habe ich es trotzdem auf 1000G gezockt.

Miitchiii Fr, 19.05.2017, 13:31 Uhr

schade... hatte viel mehr erwartet...