Page

Im siebten Teil der Serie möchte Resident Evil euch endlich wieder richtig schocken. Ob dies gelingt, erfahrt ihr in unserem Testbericht des brandneuen Spiels.

21 Jahre Geschichte

Kaum eine Serie kann auf eine solche Geschichte zurückblicken wie Resident Evil. Die Serie gibt es nun bereits seit 21 Jahren. Sie hat das Survival Horror Genre mitbegründet und zeitgleich richtig groß gemacht. Für viele Spieler sind die Anfänge der Serie der Inbegriff von Horror in Spielen. Auch mir hat Resident Evil damals wortwörtlich neue Türen geöffnet. Mutmaßlich ist die Serie für meine Vorliebe für das Zombie-Genre verantwortlich. Die anfangs trashige Story und die Mischung aus Horror, Action und Rätseln konnte eine große Fan-Basis akquirieren.

Doch über die Jahre veränderte die Serie sich und fand mit Teil vier – zumindest bei Kritikern – vorerst seinen Höhepunkt. Ab diesem Zeitpunkt gab es viele Nachfolger, viele Spin-Offs aber nur wenige Spiele, bei denen sich die Fans einig waren, man habe die Qualität der Anfänge erreicht.

Die zunehmenden schlechteren Bewertungen der Fachpresse und schlussendlich die einbrechenden Verkaufszahlen haben bei Capcom dafür gesorgt, einen Neustart zu planen. Der siebte Teil der Reihe hört in Europa erstmals auf seinen originalen Namen Biohazard, dafür dürfen die Japaner zum ersten Mal Resident Evil im Titel lesen, alle Zeichen stehen also auf Neubeginn.

Resident Evil VII: Biohazard

Remakes sind momentan – zumindest bei Entwicklern – hoch im Kurs und auch das ein oder andere Reboot fand den Weg auf die Xbox One. Eine Serie wie Tomb Raider konnte zeigen, dass ein Reboot mit Neuausrichtung funktionieren kann, diesen Weg geht nun auch Resident Evil.

Die größte Neuerung dürfte wohl der Perspektiven-Wechsel sein. Nicht mehr Third-Person oder Over-Shoulder, sondern First-Person ist jetzt angesagt. Zuerst war ich da sehr skeptisch, doch schnell wuchs der Gedanke in mir, jede Ausrichtung ist besser als die der letzten Teile. Als dann die Kitchen-Demo erschien, wurde das Gefühl stark, es gibt noch viel mehr Neuausrichtungen als nur die Perspektive und so ist es schlussendlich auch.

Die Story hat augenscheinlich nichts mit Resident Evil zu tun. Der Held ist kein Mitglied der Stars oder irgendeiner Bio-Abwehr Einheit. Auch finde ich mich nicht in Raccoon City oder einem anliegenden Waldstück wieder. Ob das Game doch noch eine Verknüpfung zur Serie knüpft, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, es gehörte für mich zum größten Spaß am Spiel nach Hinweisen oder Anspielungen zu suchen, um ein “großes Ganzes“ daraus zu machen, das möchte ich niemanden nehmen.

Das Spiel begrenzt sich zu großen Teilen auch auf eine Figur. Während der Spieler in der Vergangenheit immer die Wahl zwischen Spielfiguren hatte oder in späteren Teilen ganze Einheiten spielen musste, gibt es in Teil sieben nur Ethan als Hauptfigur. In kleineren Segmenten spielt man jemand Anderen, es gibt aber nur einen Protagonisten.

Für ein Resident Evil-Spiel gibt es auch ungewöhnlich viele Checkpoints, dies nehme ich aber als gute Änderung auf, da es das Spiel moderner macht. Die Checkpoints sind nicht so übermäßig häufig, dass das Game einfach wird, aber ich musste nicht 60 Minuten Spiel wiederholen, weil ich nicht gespeichert habe. Dies gab es besonders bei den ersten Teilen öfter und wäre einfach nicht mehr zeitgemäß, da besonders erwachsene Gamer auch nicht mehr unbegrenzt Zeit haben zu zocken.

Seite

 

Fazit

Ich kann mich als Resident Evil-Fan der ersten Stunde bezeichnen. Neben Day of the Tentacle habe ich kein Spiel so oft gezockt wie den Erstling der Resident Evil Reihe. Keiner der neuen Teile konnte mich richtig begeistern, jetzt weiß ich was fehlte.

Die Referenzen und Implementierungen von klassischen Mechanismen der Reihe ist genau das, was den siebten Resident Evil Teil so gut macht. Wir haben ein neues Setting, aber sowohl spielerisch als auch in anderen Ebenen genug Fingerzeige in Richtung des Jahres 1996.

Wie Immersion funktioniert, zeigt das Abenteuer im Hause der Familie Baker: Hierfür gibt es auch unseren XBoxUser Special Award.

Die technische Seite ist dabei etwas schwach, stört aber das Spielerlebnis nicht. Die Mischung aus Action, kleinen Rätseln und der Suche nach Items funktioniert so gut, wie lange nicht in einem Resident Evil Game. Hat man einmal die First-Person Sicht akzeptiert, so bekommt man eine gute, moderne Version des klassischen Biohazard Geistes. Reboot gelungen!


Bewertung

Pro

  • Nahezu perfekte Atmosphäre
  • Guter Surround-Sound
  • Gute Balance zwischen Action und ruhigen Passagen

Contra

  • Grafik stellenweise unsauber
  • Steuerung für Neulinge etwas steif

Story 7 von 10
7/10
Atmosphäre / Immersion 9 von 10
9/10
Gameplay 7 von 10
7/10
Spielspaß 8 von 10
8/10
Grafik 7 von 10
7/10
Sound 8 von 10
8/10
XBU-Silver-Award
8
XBU-Special-Award

3 Kommentare

XC ShadowClaw Di, 31.01.2017, 11:39 Uhr

Ich habe bei meinem Kumpel eine Demo gespielt vor einigen Wochen... Das war krass... Mit den Urängsten des Menschen spielen und den gleichen Geräuschen / Situationen wie in Horrorfilmen. Man weiß genau was passiert aber dennoch ist die Hose voll :D

XBU Zwobby Mo, 30.01.2017, 21:28 Uhr

wäre auch enttäuscht gewesen, wenn's dir nicht gefallen hätte.

XBU Böhser Onkel Mo, 30.01.2017, 18:18 Uhr

Sehr gutes Review zu einem sehr guten Resident Evil.
Mit dem neusten Teil wurde die Marke Resident Evil für mich vorerst gerettet.
Schöner moderner düsterer Horror mit bekannten Resident Evil Elementen.