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Super Lucky’s Tale ist Microsofts exklusiver Platformer und möchte damit junge und alte Gamer an die Xbox One locken. Warum das nur bedingt funktioniert, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Story egal, Hauptsache bunt

Hauptfigur unseres Abenteuers ist der Fuchs Lucky. Dieser muss seine verlorene Schwester retten und dabei verschiedene Königreiche durchqueren. Das ist alles, was man über die Geschichte wissen muss. Zwar gibt es in jedem Königreich eine eigene kleine Geschichte und einen Gegner für unseren Protagonisten, da diese aber wenig Sinn ergeben und eine Story generell bei Platformern im Hintergrund steht, vergessen wir das auch in diesem Fall ganz schnell wieder.

Die Königreiche sind in einzelne Unterwelten aufgeteilt, in welchen je vier Kleeblätter gesammelt werden können. Am Ende jeder dieser Hubwelten braucht der Spieler eine bestimmte Anzahl Kleeblätter, um das Tor zum Endgegner zu öffnen. Das Prinzip ist eins zu eins vom Klassiker Super Mario 64 entliehen. Zu Beginn ist es noch einfach in jeder Stage vier Kleeblätter zu sammeln und die Anzahl an benötigten Blättern ist auch nicht sehr hoch, doch dies ändert sich schnell. Der vorletzte Endgegner und der finale Boss brauchen 60 beziehungsweise 80 der insgesamt 99 Kleeblätter, hier ist die Wiederholung bestimmter Level ein Muss.

Das liegt leider auch daran, dass bestimmte Aufgaben beim Versagen erst wiederauftauchen, wenn die Stage komplett neu geladen wird, vor allem aber daran, dass beim Aufheben des Kleeblatts am Ende einer Stage diese automatisch beendet wird. Das setzt alle Fortschritte zurück, wenn ihr zum Beispiel die Buchstaben des Wortes Lucky im Level sammelt, jedoch nicht alle gefunden habt, dürft ihr dann wieder neu anfangen.

Das letzte Drittel des Spieles wird also recht zäh und besonders jüngeren Spielern dürfte hier die Puste ausgehen. Doch was für ein Spiel ist Super Lucky’s Tale denn nun genau?

Das Haustier eines Klempners

Auch wenn es eine andere Konsole ist und der Vergleich immer wieder rausgeholt wird, wenn es Platformer gibt, so passte er selten so sehr wie in diesem Falle. Super Lucky’s Tale ist ein Mario-Klon. Die Figur des Fuchses Lucky wurde ursprünglich für ein VR Spiel entwickelt, Microsoft nutzt diese nun aber, um ein Xbox One exklusives Platform-Spiel auf den Markt zu bringen. Dieses Game ähnelt Super Mario 64 und dem aktuell erschienenen Super Mario Odyssey sehr stark. 

Die Stages, welche aus einer Hub-Welt erreicht werden können, sind insgesamt sehr klein und bieten Schlüsselitems, die durch verschiedene Aufgaben freigeschaltet werden. Lucky kann neben einer Wirbelattacke natürlich springen, landet er dabei auf den Köpfen der Gegner, sind diese dadurch erledigt, klassisch eben. Eine Fähigkeit, die den Fuchs einzigartig macht, ist das Graben. In weichen Untergründen kann der Spieler unter die Erde graben und sich so fortbewegen. Dies öffnet Pfade für Rätsel, wird aber leider meist nur genutzt, um Münzen zu sammeln. Denn ja klar, es gibt auch Münzen, diese schalten ebenso Kleeblätter frei.

In wenigen Spielstunden hat man genügend Kleeblätter gesammelt, um den Abspann zu sehen. Schwierig wird es dabei nicht durch den Schwierigkeitsgrad selber, sondern durch Unzulänglichkeiten bei Steuerung, Leveldesign und vor allem der Kamera in Super Lucky’s Tale. Besonders diese Probleme machen es fraglich, ob es eine gute Idee ist, den Titel im selben Monat zu veröffentlichen, wie Nintendo es mit dem hauseigenen Klempner macht.

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Fazit

Gute Platformer sind rar, besonders auf Konsolen, die nicht das große N auf ihrer Front tragen. Daher habe ich mich sehr über Super Lucky’s Tale gefreut und war mir sicher, das spiele ich bis zum Ende und habe eine gute Zeit, denn ich mag bunte Hüpfspiele. 

Doch auch wer solche Spiele mag, dürfte mit diesem Titel so seine Probleme bekommen. Grafik und Sound sind grundsätzlich völlig zufriedenstellend und auch der Aufbau des Games ist gut, wenn auch zusammengeklaut. Verschiedene Leveltypen bringen Abwechslung und die Endgegner frischen das Gameplay auf. Doch leider ist die Kamera des Titels so miserabel, dass ich am liebsten den Joystick des Gamepads abgerissen hätte. Zusätzlich ist die Steuerung einfach zu ungenau. Was dem Spielspaß dann aber den Rest gibt, sind die regelhaften Neustarts in den Leveln durch technische Fehler, aber auch durch das Spieldesign selbst.

Der erste Eindruck mag ganz gut sein, je länger ich den Titel jedoch gespielt habe, desto mehr Fehler fielen mir auf. Meiner Ansicht nach ist Super Lucky’s Tale daher zu früh auf den Markt gekommen. Gerade das parallele Comeback von Mario auf der Konkurrenzkonsole zeigt schmerzlich, wie unrund das Abenteuer mit dem Fuchs geworden ist.


Bewertung

Pro

  • Netter Soundtreck
  • Süße Optik

Contra

  • Kamera lässt sich nicht frei rotieren
  • Steuerung schwammig
  • Bugs und Abstürze kommen regelmäßig vor

Story 7 von 10
7/10
Grafik 6 von 10
6/10
Sound 7 von 10
7/10
Gameplay 5 von 10
5/10
Spielspaß 6 von 10
6/10
Umfang 6 von 10
6/10
Abwechslung 7 von 10
7/10
6

3 Kommentare

XBU Philippe Do, 09.11.2017, 09:07 Uhr

Sehr sehr sehr schade. Ich liebe Jump'n Runs, aber wenn man für die hauseigene Konsole nur halbgare Spiele bekommt... Da kotz ich. Yooka-Laylee war grandios, das hat Microsoft zu spät erkannt. Denn Rare gehört ja auch mittlerweile zu Microsoft, die hätten sich Playtonic ebenfalls ins Boot holen sollen und sagen können: Das nächste Spiel entwickelt ihr für uns! Aber nein, lieber selber was Halbgares rausbringen... Ech bescheuert. Schade, schade.

XBU Zwobby Mi, 08.11.2017, 20:22 Uhr

Ja, das ist super ärgerlich, wären Bugs und Steuerung nicht, würde das Spiel echt Spaß machen. Hab nach dem Testbericht nochmal die letzten Kapitel machen wollen... wieder im Boden hängen geblieben, da ist mir dann meine Zeit auch zu schade für.

XBU MrHyde Mi, 08.11.2017, 16:56 Uhr

Die Probleme mit der Kamera kann ich nachvollziehen und auch das mit der Steuerung. Da springst du ihn die richtige Richtung, und irgendwie stimmen ein paar Grad nicht und du schmierst ab. Da passen die beiden im Zusammenspiel nicht gut zusammen, vor allem bei manchen Sprungpassagen mit vielen Abgründen unter einem.

Das mit den Bugs hatte ich bei den Sessions auf gamescom und in London nicht, aber ist natürlich super ärgerlich, wenn man dann alles im Level verliert. Sowas ist ein NoGo.