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Die Motocross-Saison ist gestartet und auch die Konsolenhelden sollen neue Strecken bekommen. Die Entwickler von Rainbow Studios und der Vertrieb THQ Nordic präsentieren den nunmehr achten Teil der MX vs. ATV Serie und versprechen auf der Webseite zum Spiel „All terrain. All vehicles. All you.“. Wir haben uns den Titel für euch in 4K Auflösung mit der Xbox One X angesehen, erlauben uns aber auch einen kleinen Ausflug mit der ersten Generation der Xbox One. Ob ALL OUT hält, was uns versprochen wurde, lest ihr hier.

Der erste Eindruck

Wir landen- das ist neu in der Serie- auf unserer Ranch, dem eigenem Freifahr-Gelände. Die ersten Tooltips zur Bedienung des Spiels weisen uns kurz in die Bedienung ein und wir finden unseren Fahrer „Raider 18“ auf einer imaginären 250er Motocross-Maschine „Rainbow RS250F 2017“. Hier hat man zunächst die Möglichkeit, seinen Hof abzufahren oder direkt in die ersten Meisterschaften einzusteigen.

Auf dem Hof kann man fleißig üben, seine angepassten Maschinen testen oder einfach nur seine Langeweile vertreiben. Für das Motocross-Herz ist so ziemlich alles dabei, Rampen, eine kleine MX-Strecke und jede Menge Freifahr-Gelände. Dazu gesellen sich anfahrbare Stellen für Tutorials zu den einzelnen Rennmodis. Diese geben während der Fahrt Tipps, wie das Bike zu handhaben ist, allerdings sind die Tipps während der Fahrt sehr schwer lesbar. Es würde Sinn machen, wenn das Bild an dieser Stelle automatisch pausiert. Aber, man kann natürlich auch einfach vom Gas gehen.

Das Menü ist- wie in der Serie üblich- recht übersichtlich gestaltet. Im Pausenmenü gelangt man direkt in die Spieleinstellungen, daneben gibt es noch die Werkstatt, in der Fahrer, Maschine und das Tuning angepasst werden können. Im Menü Events kann zwischen Serie, Einzelevents, Online, Zeitrennen und Arcade (Splitscreen) gewählt werden.

Umfang und Lizenzen- All terrain? All vehicles? All you?

All terrain?
Naja, so ziemlich alles, außer Straße. Nur, welcher MXer will schon auf die Straße? Das sollte auch nicht der Anspruch dieses Titels sein. Ansonsten ja, Indoor (SX), Outdoor (MX) und Freeride werden geboten. Dazu wurde der Spielmodi Zeitrennen zurückgeholt, der Modi Waypoint ist ebenso wieder da und dürfte einigen Spielern Laune bringen, erinnert er doch stark an den Spaß mit den Teilen vor MX vs. ATV Reflex oder Motocross Madness.

All vehicles?
Na, mitnichten! Wer das Spiel zum offiziellen Release oder als Vorbesteller vier Tage vorher, startete, traf zunächst auf Vehicle von der Stange. Die „THQ“ und „Nordic“ getauften Modelle aller Klassen waren das einzige, was der Spieler mit dem Ingame erworbenen Pseudogeld namens Motocoins erwerben konnte und derzeit auch kann. KTM, Husqvarna & Co. sucht der digitale Motocrosser vergeblich. Erste Videos suggerierten den Spielern aber, dass echte OEM im Paket wären- auch bei der Ansage „All vehicles“ keine absurde Vorstellung, so fuhr in einem Trailer ja auch eine KTM fleißig rum. Auf unsere Anfrage vom 24.03., wo die OEM blieben, kam am 27.03. die Antwort: „There are bikes, ATV's and UTV's available to play in the game. OEM vehicles will be available for purchase soon!“

So weit waren wir an dieser Stelle auch schon, dass einzige was jetzt erst klar war ist der Umstand, dass die OEM gekauft werden müssen, und zwar mit echtem Geld. Was würde wohl die FIFA-Fangemeinde davon halten, wenn der nächste Teil mit 2 imaginären Ligen und den entsprechenden „Hausteams“ veröffentlicht wird, und die echten Teams als DLC anschließend nach und nach einzeln verhökert werden? Zumal die ersten Bikes (KTM und Husqvarna in den Klassen 250, 350 und 450 ccm) erst am 04.04. den Store erreichten. Dazu gesellten sich bis jetzt erst zwei Kawasaki (250er und 450er). Bis dato sind also lediglich acht Bikes verfügbar, alles 4-Takt Crosser. Das ist nicht nur mager, sondern bei sagenhaften Kosten von 2,99 Euro pro Bike eine Frechheit. So kommt man an dieser Stelle als MX Fan beim Basisspiel (Store-Preis für das Grundspiel 49,99 Euro) mit den derzeit acht verfügbaren OEM-Fahrzeugen jetzt schon auf 73,91 Euro. Noch fehlen dabei aber zahlreiche MX-Kisten, dazu sämtliche ATV und UTV. Was noch obendrauf kommt: Plastetausch? No way! Im Gegensatz zu den THQ und Nordic Dingern, ist für die verfügbaren OEM bisher nicht ein einziges alternatives Grafik-Kit verfügbar. Aber… Freunde des Extremsports mögen ja immer so nicht modifizierbare Sachen von der Stange. Weniger Anbauteile gibt es ebenso, keine alternativen Sitzbänke etc., ganz großes Kino!

All you?
Eher Teilweise. Für Style und Schutzkleidung ist gesorgt, an dieser Stelle sogar mit Lizenzware. Für manche Marken fällt das Sortiment aber sehr spärlich aus, so gibt es zum Beispiel von Scott in den Kategorien Helm, Schutzbrillen, Ausrüstung (Jersey+ Hose), Handschuhe und Stiefel ganze zwei Scott Schutzbrillen. Andere Hersteller fallen besser aus, einige fehlen gänzlich. Ganz gelungen dagegen ist die Idee mit B.R.A.A.P., hier kann der Spieler KI Gegner erstellen, ihnen angepasste Kleidung, Nummern, Namen und Vehicle zur Verfügung stellen. Werden mal eben 15 Spieler erstellt, fährt man die Rennen- wenn man denn so will- mit Bekannten und Freunden. Nicht ganz so gelungen ist das Menü an sich. So fehlen im Menü dann mal eben Kopf, Hände und Füße. An der Maschine wurden wohl Endschalldämpfer und Reifen demontiert. Das Problem wurde zwischenzeitlich zwar teilweise gepatcht, aber das greift nur bei angepassten Figuren, und das oft auch nur willkürlich und nach einiger Ladezeit.

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Fazit

Enough terrain. Few vehicles. All your money. Innovationen lässt das Spiel im Groben und Ganzen missen.

Wann kommt kein Publisher von MX-Spielen mal darauf zum Beispiel einen Koop-Modus für eine Karriere mit Teampunkten einzuführen? Die Kommunikation zu den Fans ist ein Desaster, Neuigkeiten erfährt man nicht auf den offiziellen Seiten, sondern dazu bedarf es ein Abo bei Facebook oder Twitter. Dazu immer Ankündigungen für welche kommenden DLC wir Geld ausgeben dürfen, aber nicht wann oder in welchem Umfang. Man gibt sich geheimnisvoll. Angesichts der ohnehin schlechten Kommunikation im vorneherein eine eher miese Taktik.

Bei dem Spiel scheiden sich die Geister, die bisherigen Stimmen verlauten entweder Hass oder Liebe. Wir sehen es als irgendetwas dazwischen. Gute Ansätze sind da, aber es wurde auch viel in den Sand gesetzt. Sehr, sehr schade.


Bewertung

Pro

  • Neue Ideen wie B.R.A.A.P.
  • Spielspaß
  • Nischenprodukt
  • Tunings & Setup
  • Original Tracks

Contra

  • Lizenzbikes nur als DLC
  • Schlechte Terraindetails
  • Ungleichmäßige Anforderungen
  • Schlechte Kommunikation zu den Spielern

Grafik (Xbox One X) 6 von 10
6/10
Grafik (Xbox One) 2 von 10
2/10
Sound 7 von 10
7/10
Gameplay 8 von 10
8/10
Spielspaß 8 von 10
8/10
Umfang 6 von 10
6/10
Multiplayer 7 von 10
7/10
7

1 Kommentar

RagnaroekGER Mi, 16.05.2018, 11:40 Uhr

Inzwischen sind Honda, Yamaha und Suzuki* in den beiden Klassen als 4-Takter eingetroffen.

*Suzuki gibt es nur im US Store, die meisten dürften die passenden Tricks aber kennen und da problemlos rankommen.

Wenn man also das Spiel haben möchte und alle 14 Bikes, beläuft sich die Kaufsumme schon auf sagenhafte 91,85 Euro. Wohlgemerkt, immernoch ohne ATV und UTV. Und das für ein Mittelklassespiel. Ich kann jedem Interessenten des Genres nur raten: Wartet auf MXGP Pro (Release 29.06.). Die Frechheit von THQ ist kaum zu überbieten.

Aber Plaste ist nun auch für OEM Verfügbar, kostenlos. Wow. Aber noch keine Bänke etc.