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Im Jahre 2013 erschien mit Metro Last Light der letzte Teil der Reihe. Die Entwickler haben sich also mit dem Nachfolger ganze sechs Jahre Zeit gelassen, um das Sequel zu produzieren. Wir haben uns erneut in die Kälte von Russland begeben und schauen, was Metro Exodus dazugelernt hat.

Frostiger Anfang

Artjom, inzwischen ein halber Nationalheld aufgrund seiner bisherigen Taten in den vorangegangenen Spielen, friert mit seiner Frau Anna draußen in Moskau und versucht ein Signal über das Radio hereinzubekommen. Alle Bürger leben in unterirdischen Bunkern und in Moskau befindet sich das letzte Refugium der Menschen. Oder doch nicht? Ein kurzes Signal in der Radiofrequenz lässt Artjom aufhorchen.

Gleich zu Beginn treffen wir in den Kanälen von Moskau auf alte Bekannte. Die Bisamratten-Monster-Viecher greifen erneut wieder an und man muss sich mit dem Gewehr zu Wehr setzen. Hierbei fällt auf, dass die Monster nicht wirklich optisch verbessert worden sind. Aber nun gut. Im Wesentlichen begibt man sich fortan auf die Quest, um zu beweisen, dass außerhalb von Moskau noch Leben existiert und muss sich auf dem Weg dorthin allerhand Gefahren stellen.

Crafting einmal auf Links gedreht

Das Handelssystem wurde komplett umgebaut, was ich etwas schade finde. Vorher hat man immer den Konflikt lösen müssen, ob man mit den wichtigen Patronenkugeln Handel betreiben, oder diese für weitere Waffen oder Mods ausgeben wollte. Das entfällt jetzt komplett.

Nun folgt auch Metro Exodus dem Sammel-Trend und man forstet Gegner, Lager und Schränke immer wieder nach Materialien ab, um damit dann wiederum Kugeln und Waffenmods herzustellen. In diesem Punkt hat Artjom auch fleißig dazugelernt. Man führt neuerdings einen schicken Rucksack mit sich, der als mobile Werkbank dient. Dort kann man ganze Waffen umbauen, Granaten herstellen aber lustigerweise nur eine Kugelsorte herstellen. Für die anderen Kugeln darf man dann wieder eine normale Werkbank aufsuchen.

Immerhin hat das den immensen Vorteil, dass man auch unterwegs mal eben den Mod einer Waffe umändern kann. Netterweise warten die Gegner dann auch brav, bis man seine Waffe umgebaut hat. Fair play und so.

Apropos Mods - die Mods lassen sich über das Finden anderer Waffen erlernen. Hat man eine Waffe eines gefällten Gegners gefunden, kann man die Modifikation abmontieren und an seine Waffe dranmontieren. Die Mods sind daher wichtig, weil man damit von einer schallgedämpften Pistole, bis hin zum Scharfschützengeweher alles umbauen kann. Insofern man die jeweilige Modifikation gefunden hat.

Umständliches Handling

Besonders auf den Konsolen, wo es nicht Dutzende von F-Tasten gibt, wurde die Controller-Belegung massiv überladen. Es ist also durchaus fummelig, zwischen Maske abwischen, Maske flicken, Licht anschalten und diversen Waffenkategorien zu wechseln. Von Ergonomie keine Spur. Hier haben die Enwickler noch viel von den Großen zu lernen. Aber vielleicht klappt das ja dann mal beim nächsten Metro in sechs Jahren oder so.

Die wahrscheinlich umständlichste Waffe ist das Luftgewehr, dessen Handhabung leider schlecht bis gar nicht erklärt wird. Kaum hat man ein paar Schuss damit verballert, macht das Gewehr einfach mal gar nichts mehr. Grund: Der Druck ist nicht mehr vorhanden. Um das Ding dann wieder fit für den Kampf zu machen, muss man diesen wieder aufbauen. Das ist allerdings alles andere als intuitiv. Man hält X eine Zeit lang gedrückt, muss die Taste dann weiter halten, bis Artjom das Gewehr quer hält und danach wirft man bei weiterhin gedrücktem X-Button mit 7-8 fachen Ziehen der RT-Taste die Pumpe an. Wer dies im Kampf schafft, ohne den Hintern weggeschossen zu bekommen, verdient meinen Respekt.

Halboffene Welt

Zu Beginn wird man in sehr schlauchigen Design von einem Missionspunkt zum nächsten geführt. Es spielt sich also wie ein Shooter von der Stange. Zum Glück aber wird diese Gradlinigkeit durch etwas offenere Levels aufgelockert. Die Wolga empfängt einen mit einer hübschen aber ein wenig leeren Umgebung. Hier und da gibt es einzelne Hütten, und auch mal ein Banditenlager, die man untersuchen kann. Als Belohnung winken dann weitere Ressourcen und die weiteren Mods für die Waffen.

Die Optik variiert dabei auch recht stark. Das offene Winterareal sieht sehr schick aus, während so manche Indoor-Umgebung optisch eher reduziert ausschaut. Matschige Texturen finden sich dort immer wieder. Es gibt keine drastischen Probleme, aber die Schönheit des Spiels ist alles andere als durchgängig. Hin und wieder klatscht auch die Framerate nach unten. Allerdings zum Glück nie so stark, dass es einem Schwierigkeiten bereiten würde.

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Fazit

4A Games hat einen soliden Shooter veröffentlicht, der seine Stärken sowie seine Schwächen hat. Je nach Spielertyp, fällt das ein oder andere stärker ins Gewicht.

Zu den Stärken gehört auf jeden Fall das Story-Telling. Die Geschichte um Artjom ist nach wie vor spannend. Man will im Laufe des Spiels mehr über seine Zukunft und die seiner Kumpanen wissen.

Ebenfalls schön, ist, dass man den Shooter von dem recht schlauförmigen Level-Design der Vorgänger getrennt hat. Es gibt inzwischen offene Areale, die gerne erkundet werden wollen. Die Erkundung liefert wiederum wertvolle Materialien, die man durch das Crafting neuen Waffenmodifikationen und Kugeln zuführen kann.

Nicht so schön, ist der Stand der Technik. Einen Spielstand zu laden hat auf der Xbox One X mal eben drei Minuten verschlungen. Darüber hinaus schmierte der Titel auch gerne immer wieder ca. einmal die Stunde völlig ab.

Die KI ist leider immer noch unglaublich dumm und reagiert in manchen Situationen noch nicht mal auf Beschuss aus nächster Nähe (siehe Screenshots im Review). Wer trotzdem mit den Problemen leben kann, erhält einen durchaus unterhaltsamen Shooter mit einem fairen Umfang.


Bewertung

Pro

  • Teiloffene Spielewelt
  • Abwechslungsreiche Außenareale
  • Neues Crafting-System
  • Spannende Story

Contra

  • Ungeschicktes Leveldesign / viele Umwege
  • Spiel schmiert häufig ab
  • Lange Ladezeiten
  • Dumme Gegner-KI

Grafik 7 von 10
7/10
Sound 7 von 10
7/10
Story 8 von 10
8/10
Spielspaß 7 von 10
7/10
Umfang 7 von 10
7/10
Gameplay 6 von 10
6/10
7

2 Kommentare

XBU ringdrossel Do, 21.02.2019, 09:18 Uhr

Klimbim schrieb:
Hmm das ist wirklich schade zu lesen. Da ich mit meinem bevorstehenden Umzug die nächsten Wochen eh nicht zum zocken komme, wollte ich mir das Spiel nicht zum Release holen. Aber nach dem Test muss ich es mir wirklich nochmal durch den Kopf gehen lassen es mir überhaupt noch zu holen. Vielleicht irgendwann mal wenn es im Sale für 20€ oder 30€ zu haben ist.

Schade, hatte eigentlich große Erwartungen bei dem Titel.

Ja, das ist leider echt schade. Ist mal wieder Bananensoftware. Reift beim Kunden. Insofern hätte dem Spiel ein weiteres Jahr Entwicklung wirklich gut getan. Dein Plan zu warten, ist auf jeden Fall nicht verkehrt. Zumindest sollten in ein paar Monaten die groben Fehler ausgemerzt sein.

Klimbim Mi, 20.02.2019, 18:08 Uhr

Hmm das ist wirklich schade zu lesen. Da ich mit meinem bevorstehenden Umzug die nächsten Wochen eh nicht zum zocken komme, wollte ich mir das Spiel nicht zum Release holen. Aber nach dem Test muss ich es mir wirklich nochmal durch den Kopf gehen lassen es mir überhaupt noch zu holen. Vielleicht irgendwann mal wenn es im Sale für 20€ oder 30€ zu haben ist.

Schade, hatte eigentlich große Erwartungen bei dem Titel.