Screamer ist ein brandneuer Arcade-Racer, der unter anderem für Xbox Series Konsolen vor Kurzem erschienen ist. Wir haben uns den Titel von Publisher Plaion und Entwickler Milestone angesehen und stellen das Spiel hier vor.
Screamer, wir hören euch!
Wir sind mit der umfangreichen Story ins Spiel eingestiegen, bei der es um die Teilnahme für ein großes Turnier geht. Nach und nach werden uns die unterschiedlichen Charaktere und die verschiedenen Teams vorgestellt. Dabei fällt sofort eine interessante Besonderheit auf: Die Charaktere haben alle verschiedene Herkünfte und sie sprechen in Screamer entsprechend auch ihre Sprache.
So lernen wir im Verlauf des Spiels mit Georg den einzigen Protagonisten kennen, der in deutscher Sprache vertont ist. Ansonsten hören wir Englisch, Niederländisch, Französisch und viele weitere Sprachen im Spiel. Natürlich wird alles hierzulande mit deutschen Untertiteln versehen.

Dieser Stil ist schon etwas Besonderes und einerseits interessant, andererseits bedeutet es, dass man sehr viel Text zu lesen hat, wenn man denn nicht fließend Dutzende Sprachen spricht. Bei den Dialogen oder den animierten Filmen ist das gleichzeitige Lesen natürlich kein Problem, aber bei verschiedenen Rennen - vor allem bei denen, wo man Herausforderungen gegen bestimmte Gegner erfüllen muss - werden die Untertitel rechts im HUD angezeigt. Bei den hoch-rasanten Rennen kann man das vergessen, weil alle Blicke auf die Piste gerichtet sein müssen, also gehen Story-Elemente verloren.
Ansonsten haben die Macher sehr viel Energie in die Story-Elemente rund um eine Geschichte voller Freundschaft und Rache gesteckt. Sie dient aber auch dazu, euch die unterschiedlichsten Gameplay-Mechaniken vorzustellen. So erlernt man diese nach und nach, um sie nicht nur in der Story, sondern auch in den weiteren Modi für Einzel- und Mehrspieler zu verwenden.
Screamer, wir schenken uns nichts auf der Strecke!
In den Rennen des Spiels geht es sehr actionreich zur Sache. Neben den typischen Elementen von Gas, Bremse, Lenken und Driften kommen noch weitere Features dazu. Durch das rechtzeitige Schalten mit dem LB-Button am Controller sammelt man „Sync“, um sich Boosts zu verdienen.
Der Einsatz des aufgeladenen Geschwindigkeitsschub via LB ist aber zudem noch ein kleines QuickTime-Event, denn lässt man LB zur richtigen Zeit los, wird es ein perfekter Boost, der besonders lang wirkt und mit dem man sich schnell wieder an Gegner heranschieben oder sich absetzen kann.
Setzt man Boosts ein, sammelt man „rosafarbenen Sync“ oder man bekommt unter Umständen „Hype“, welches man zum Einsatz eines Schildes zur Verteidigung oder für ein offensiven Strike verwenden kann. Man hat in der Regel zwei bis drei Sekunden Zeit, einen Gegner via K.O. von der Strecke zu pusten. Zum einen kostet es den Gegner dann wertvolle Sekunden, zum Anderen erhält man bei einem erfolgreichen Strike zusätzliche Boosts.

Spart man sich „Sync“ auf, setzt also keine Strikes ein, bis die rosafarbene Leiste komplett gefüllt ist, kann man den besonders effektiven „Overdrive“ einsetzen. Man rast in Hypergeschwindigkeit über die Strecke und jede Berührung eines Gegners führt zu dessen K.O. - aber Vorsicht: Nach einiger Zeit wird der eigene Schild deaktiviert und jede Berührung mit der Streckenbegrenzung führt zur Explosion. Dann wird man einige Sekunden verlieren und wieder auf die Strecke gesetzt.
Screamer, wir haben so viel Spaß mit Dir!
Die Rennen machen auf den abwechslungsreichen Strecken sehr viel Spaß. Wenn man die komplette Story durchspielt, hat man viel Abwechslung mit kleineren Duellen bis hin zu großen Teamevents, bei denen es auf Gesamtpunkte für Platzierungen und erfolgreiche Strikes hinausläuft. Kurz vor Ende des Rennens noch den Führenden per K.O. erwischen, um sich noch auf Platz 1 zu schieben, ist sehr befriedigend.
Schafft man das vorgegebene Rennziel nicht, kann man das Event sofort wiederholen. Für das Turnier kann man auch den Schwierigkeitsgrad für die Gegner auf „Entspannt“ stellen, was immer noch so herausfordernd ist, dass man einige Events wiederholen muss. Tipp: Um eine echte Chance bei schwierigen Rennen zu haben, kann man die Einstellung „Arcade-Gaspedal“ einschalten. Dann muss man sich nur auf Bremsen, Lenken und Driften sowie die Einsätze von Schalten, Boosts, Schild oder Strikes konzentrieren - was schon sportlich genug sein dürfte.

Durch das erfolgreiche Beenden von Events in der Story schaltet man neben Charakteren und Rennstrecken auch neue Farben für Ausrüstungsgegenstände frei, die man den Autos in der Garage dann zuordnen kann. Diese kann man anschließend bspw. im Modus „Arcade“ einsetzen, wo die verschiedensten Renntypen auf den Spieler warten.
Neben den klassischen Rennen oder Teamrennen gibt es Herausforderungen, Zeitrennen oder die Jagd nach Kontrollpunkten bei ablaufender Zeit. Zusätzlich dazu kann man online oder im Splitscreen gegen menschliche Gegner antreten. Zusätzliche Abwechslung bringen noch die speziellen Fähigkeiten der einzelnen Fahrer mit ihren Autos. Während der Charakter Hiroshi inmitten seiner Boosts eine kleinen Zusatzboost aktivieren kann, bekommt Dirk „Blutdurst“ und kann mehrere K.O.s aneinanderreihen. Im Rahmen der Story lernt ihr diese Fähigkeiten auch kennen und könnt diese so später in anderen Rennen gezielt einsetzen.
Mit den unterschiedlichen Skills fährt man auch noch einmal anders auf den Strecken. Letztere sind übrigens auch sehr variantenreich: Ob in der Stadt, im Wald oder in der Wüste, ja sogar im Weltraum geht es auf richtig coolen Strecken zur Sache. Mal ist es Tag, mal ist es Nacht und zudem kann man auch die Spiegelung der Strecken freischalten, um in umgekehrter Richtung zu fahren. Unsichtbare Barrieren verhindern, dass man gänzlich von der Strecke abkommt, damit man der Spielspaß weiter im Vordergrund bleibt.
Fazit
Mit Screamer erhaltet ihr ein großes Paket bestehend aus einer umfangreichen Story, abwechslungsreichen Rennstrecken und rasanten Events in Einzel- oder Mehrspieler-Modi. Optisch haben Milestone den Titel mit viel Liebe zum Detail gestaltet und auch die passende musikalische Untermalung treibt zum Vollgas-geben an.
Neben dem absolut gelungenem Drumherum bietet Screamer aber vor allem viele Stunden actionreiches Gameplay. Ich habe persönlich seit Burnout: Revenge nicht mehr so viel Spaß mit einem Arcade-Racer gehabt und werde ganz sicher noch einige Stunden mit dem Titel verbringen. Screamer, wir sehen uns an der Startlinie!
Bewertung
Pro
- Umfangreiche Story führt ins Gameplay ein
- Abwechslungsreiche Strecken
- Individuelle Fähigkeiten von Fahrzeugen
- Actionreiches, spaßiges Gameplay
Contra
- Vertonung in Originalsprache der Charaktere führt zu viel Leseaufwand
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