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Onrush richtet sich primär an Fans der nicht so ganz realistischen Racing-Games. Doch hinter der Fassade verbirgt sich etwas ganz anderes als ein Arcade-Racer. Was das Spiel mit Titeln wie Overwatch gemeinsam hat, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Die Generation Yolo!

Als erstes fällt das Setting von Onrush auf. Das Spiel ist bunt und ultra hip, es spiegelt die aktuelle Generation ganz gut wieder. Vielleicht parodiert es diese auch, ganz genau kann man das nicht erkennen, nervig ist dies aber in jedem Fall. Das Problem sind nicht die bunten Farben und auch nicht die Dubstep Songs, das alles passt ja schon zusammen, doch die Figuren und deren Sprüche. Die Auswahl der Skins ähnelt sich sehr, was auffällt ist, das eine Figur abgefahrener als die nächste ist. So sehen also Leute aus, die sich freiwillig treffen, um ihre Autos zu verschrotten.

Onrush erzählt die Geschichte von Extremsportlern, wie sich nur die Werbung oder Außenstehende solche Menschen vorstellen kann, eben wie erwähnt ultra hip. Glücklicherweise ist das Setting Geschmackssache und die Figuren in einem Racing-Game nicht so sehr im Vordergrund, also steigen wir in den Wagen und schauen uns an, wofür Onrush steht.

Hero-Shooter auf Rädern

Es geht nicht darum, wie in klassischen Rennspielen als erster im Ziel zu sein. Es gibt verschiedene Spielmodi, die es schaffen, dass der Titel nicht zu schnell eintönig wird. Es gibt Rennen, bei denen es um die Zerstörung der Gegner geht, es gibt Checkpoint Rennen oder auch Gebietseroberung, was alle diese Modi aber gemein haben, ist das Grundprinzip und das heißt Zerstörung.

Onrush hat sehr viel mit aktuellen Hero-Shootern wie Overwatch gemeinsam. Gespielt wird in zwei Teams, vier gegen vier. Jeder Spieler kann sich eine Klasse aussuchen, die Klassen unterscheiden sich durch das Fahrzeug selbst. Es gibt Buggys, Motorräder, Sportwagen oder eben auch richtig schwere Autos. Darüber hinaus entsprechen die Klassen eben auch denen, die man aus solchen Shootern kennt, es gibt Tanks, Support-Klassen und alles was man so aus dem Genre kennt. 

Sind die Klassen gewählt, fahren alle Spieler auf der gleichen Strecke und dürfen sich Gegenseitig zerstören. Dies passiert über das Abdrängen, das Anfahren oder direkt über einen Sprung von einer höheren Ebene auf das Dach des Gegners. 

Auf der gesamten Strecke fahren kleinere KI Gegner, welche direkt bei einem Rempler zerstört werden. Diese Figuren gehören zu keinem Team und dienen nur dazu, den Nitro-Boost des Fahrzeugs aufzufüllen. Der Boost hat neben der höheren Geschwindigkeit aber noch eine Funktion, jede Sekunde, in der ihr euren Boost nutzt, füllt ihr eure Spezial-Anzeige. Ist dies voll, könnt ihr einen Skill nutzen, der je nach Klasse offensiv oder eben auch defensiv ist. Die Folge ist, dass ihr im Grunde permanent im Boost-Modus fahrt, Onrush hat also ordentlich Geschwindigkeit.

Ein schneller Trip

Jeder Spieler möchte seine Spezialfähigkeit natürlich schnell aufladen. Hierzu muss viel Boost genutzt werden. Daher haben wir im Test gemerkt, dass eigentlich permanent nicht nur Gas, sondern auch Boost genutzt werden. Hierdurch leidet ein wenig die Kontrolle über das Fahrzeug, als Spieler muss man erstmal lernen, dass es besser ist, seltener die Special Anzeige zu füllen, dafür aber nicht so oft im vollen Tempo gegen eine Wand zu fahren. 

Onrush ist Arcade-Feeling pur. Auf realistische Fahrphysik braucht hier keiner hoffen, trotzdem ist die Steuerung nicht nur einfach. Gerade, wenn die Spezial-Fähigkeit gezündet wird, nimmt das Spiel so an Fahrt auf und der Bildschirm wird so von Farben überrannt, dass es in den ersten Spielstunden schwierig ist, diese Angriffe kontrolliert durchzuführen. Hier ist der Einstieg doch zu schwer, der Rest des Titels ist dafür aber recht einsteigerfreundlich.

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Fazit

Onrush bringt ein wirklich gutes Spielkonzept mit. Die Kombination aus Hero-Shooter und Racing Game funktioniert gut und sorgt für kurzweilige Multiplayer-Runden. Der Singleplayer bietet auf dem Papier genug Inhalt, wird aber irgendwann zu eintönig.

Die Farbenpracht und Geschwindigkeit des Titels stehen dem Game selber im Weg, die Übersicht geht stellenweise leider verloren. 

Die technische Leistung ist in Ordnung, auch wenn der Sound stellenweise nervt, den kann man aber ausstellen. Die Stärke von Onrush ist das kurzweilige, frische Spielkonzept, welches leider zu einem zu hohen Preis verkauft wird.


Bewertung

Pro

  • Frische Spielidee
  • Mehrspielermodus macht Spaß

Contra

  • Soundtrack durchwachsen
  • Zu teuer

Story / Konzept 8 von 10
8/10
Grafik 7 von 10
7/10
Sound 6 von 10
6/10
Spielspaß 8 von 10
8/10
Gameplay 7 von 10
7/10
Multiplayer 8 von 10
8/10
Preis/Leistung 6 von 10
6/10
7

1 Kommentar

XBU Philippe Mo, 18.06.2018, 14:30 Uhr

Mich wundert, dass das als Retail kommt. Sah aber in Gameplaytrailern unterhaltsam aus.