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Rico, der alte Haudegen, wird ein weiteres Mal auf die Welt losgelassen. Diesmal muss er sich einem irren Tyrann stellen, der mit einer speziellen Apparatur sogar das Wetter in seiner Hand hat. Wir schauen uns für euch an, wie sich das neue Actionabenteuer spielt und geben unseren Senf dazu ab.

Direkt in die Vollen

Wie auch schon bei den vorangegangen Teilen, geht es sehr schnell zur Sache. Als Szenario wurde ein fiktiver amerikanischer Staat namens Solis ausgewählt, der extremen Wetterbedingungen ausgesetzt ist. Rico Rodriguez stellt sich dabei gegen die Schwarze Hand, die weltstärkste private Armee, die von der bösen Gabriela Morales geführt wird. In Just Cause 3 diente diese Gruppe Sebastiano Di Ravello. Glücklicherweise scheint es so etwas wie ein Linked In-Netwerk für Kriminelle zu geben, die somit nicht arbeitslos werden. So oder so, Rico hat alle Hände voll zu tun.

Die Sache hat einen Haken

Gleich zu Beginn wird Ricos Grappling Hook vorgestellt. Dieser kann sich auf nahezu alle Oberflächen anheften und sie manipulieren. Beispielsweise lassen sich damit sogar ganze Brücken herunterziehen. Schon erstaunlich was ein kleiner Handgelenkmotor heute vollbringen kann! Aber Realismus war noch nie ein Thema bei Just Cause.

Die Steuerung des Hakens ist gerade am Anfang zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Mit LB löst man diesen aus und wenn man länger gedrückt hält haftet dieser sich fest und man kann zwei Objekte bzw. zwei Flächen miteinander verbinden. Hierbei gibt es allerhand nützliche Gadgets, um das Gameplay zu variieren.

Ein cooles Feature ist beispielsweise der Baloon-Mod, der nach Abschuss des Hakens einen Ballon aufsteigen lässt. Die kleinen Dinger können ganze Lastwagen aus der Fahrbahn räumen. Praktisch.

Feuerkraft ohne Ende

Rico ist wieder die absolute Ein-Mann-Armee und kann erneut über ein großes Arsenal an Waffen verfügen. Die braucht er auch, um diverse Basen der Schwarzen Hand einzunehmen und unterwegs allerhand Fieslinge aus dem Weg zu räumen. Natürlich stellen sich die Gegner wieder freundlicherweise wieder brav an die roten hochexplosiven Fässer, um dahinter oder auch gerne davor Deckung zu suchen. Leicht kann einfach jeder. Vielleicht sind die Truppen aber auch einfach suizidal veranlagt. Man weiß es nicht so genau.

Dazu gibt es auf den Basen und Angriffspunkten allerhand Waffendepots, die Rico mit drei Kategorien von Waffen ausstatten. Eine Schnellfeuerwaffe, eine Shotgun oder eine Sniper und einen Granatwerfer bzw. einen Rocketlauncher.

Damit ist es ein Leichtes so ziemlich alle Gegner auseinander zu nehmen. Das ist auch ein dezentes Problem, denn eine echte Herausforderung gibt es somit nicht.

Rico hält mehr aus als jeder Panzer. Das bedeutet man kann einfach gerade heraus in einen Kugelhagel stürmen, ohne wirklich ein Problem zu haben. Zwar nimmt Rico Schaden und geht nach einer Weile in die Knie bzw. stirbt, aber das dauert recht lange.

Seltsame Cut-Scenes

Die Charaktermodelle machen sich leider nicht besonders gut im Close-Up. Die Augen hängen meterweit in den Höhlen und die Gesichter sehen auch eher wie ein Pre-Rendering vom tatsächlichen Ergebnis aus. Somit wirken die Cut-Scenes sehr grob und nicht selten unfreiwillig komisch. Matschige Texturen tun da ihr Übriges dazu.

Die Optik ist ansonsten okay, wenn auch nicht beeindruckend. Gerade wenn man Spiele wie Assassin's Creed Odyssey oder gar Red Dead Redemption 2 damit vergleicht, sieht Just Cause 4 grafisch äußerst schwach aus.

Dennoch, die aktuellen Triple-A-Titel haben die Messlatte gerade in Punkto Grafik verdammt hoch gelegt. Somit sieht Just Cause 4 immer noch ok aus aber kann halt nicht mit den großen Jungs mitspielen.

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Fazit

Just Cause 4 bietet die gewohnte Actionkost. Das ist auch schon direkt das Problem, denn wer Just Cause 3 gespielt hat, wird wenig Neues entdecken. Das Spiel funktioniert, bietet aber ansonsten wenig bis gar keine Innovation.

Zudem macht es auch gerade optisch keine besonders gute Figur, wenn man den Titel mit aktuellen Open World-Spielen vergleicht. Ok, mal das verbuggte Fallout 76 ausgenommen, hängt Just Cause 4 der Zeit deutlich hinterher. Das sieht man dann vor allem in den Cut-Scenes aber auch in den matschigen Texturen der Häuser und der Umgebungen.

Ansonsten bietet das Spiel eine solide Actionkost. Es gibt jede Menge Waffen, einen coolen Haken, den man mit allerhand Mods an die Situation anpassen kann, vom Himmel fallende Panzer und vieles mehr. Wer Bock auf unkomplizierte und leichte Open World-Action hat, kann sorglos zugreifen. Wer aber eine tiefgreifende Story mit Herausforderung braucht, sollte sich lieber einen anderen Titel anschauen.


Bewertung

Pro

  • Viele Waffen
  • Cooler Grappling-Hook
  • Diverse Modifikationen
  • Mächtig Action

Contra

  • Spiel ist zu leicht
  • Grafik ist angestaubt
  • Gameplay ist repetitiv
  • Keine Innovationen zu finden

Grafik 6 von 10
6/10
Sound / Musik 7 von 10
7/10
Spielspaß 7 von 10
7/10
Umfang 7 von 10
7/10
Gameplay 7 von 10
7/10
Story / Setting 6 von 10
6/10
7

4 Kommentare

XBU ringdrossel Do, 20.12.2018, 10:44 Uhr

XBU Buttercup schrieb:
Wobei ich finde, dass - obwohl der Sprung groß war - Origins und Odyssey wieder zuuu gleich sind. Ägypten und Griechenland... weiß nicht. Habs nicht zu Ende gespielt. Hätten die jetzt was total anderes genommen, wie Asien kA, wärs wieder abwechslungsreicher.

Fühl mich bei Odyssey wie bei Origins. Kann mir halt auch vorstellen, dass es bei Just Cause genau so ist.

Da muss ich dir recht geben. Der Sprung von Origins zu Odyssey ist nicht mehr gewaltig. Der Jump kam dann eher von allen vorangegangen Teilen zu Origins. Finde ich persönlich aber auch ok / gut. Ich würde mir wünschen, dass Ubi noch mehr Richtung Entscheidungsrelevanz geht, aber evtl kommt das noch.

Just Cause ist seit dem ersten Teil einfach alles zu zerdeppern. Was auch okay ist, aber man hätte ja durchaus mehr zb in eine Saints Richtung gehen können. Sieht jetzt halt hübscher aus aber vom Gameplay her sehe keine Veränderung.

XBU Buttercup Do, 20.12.2018, 10:36 Uhr

XBU ringdrossel schrieb:
Mit dem Unterschied, dass Ubisoft bei Assassin's Creed einen großen Sprung nach vorne gemacht hat. Ab Origins wurde viel geändert, bis hin zu Odyssey, wo man die Reihe zu einem vollen RPG umgewandelt hat. Zudem gibt es dort jetzt sogar Fantasy-Elemente. Der Vergleich hinkt also etwas.

Bei Just Cause 3 -> 4 wurde halt die Map ausgetauscht. Ansonsten ist es wirklich quasi gleich.

Wobei ich finde, dass - obwohl der Sprung groß war - Origins und Odyssey wieder zuuu gleich sind. Ägypten und Griechenland... weiß nicht. Habs nicht zu Ende gespielt. Hätten die jetzt was total anderes genommen, wie Asien kA, wärs wieder abwechslungsreicher.

Fühl mich bei Odyssey wie bei Origins. Kann mir halt auch vorstellen, dass es bei Just Cause genau so ist.

XBU ringdrossel Do, 20.12.2018, 09:55 Uhr

XBU Philippe schrieb:
Ja gut, das ist halt genau das Problem. Ich lese das Review halb und denke: Ja gut, das gleiche wie immer. Das wird wahrscheinlich bei Far Cry und Assassin's Creed nicht anders sein, auch wenn die Spiele es öfters mal geschafft haben, eine interessante Neuerung reinzubringen. Aber immer das gleiche Spiel? Nee danke. Das ist auch der Grund, warum mein letztes Fifa von 2014 ist und ich neue Assassin's Creeds nur in den Games with Gold spiele - das ist echt immer das gleiche. Und ich fand schon Just Cause 3 unterhaltsam, aber halt das gleiche wie immer :D

Mit dem Unterschied, dass Ubisoft bei Assassin's Creed einen großen Sprung nach vorne gemacht hat. Ab Origins wurde viel geändert, bis hin zu Odyssey, wo man die Reihe zu einem vollen RPG umgewandelt hat. Zudem gibt es dort jetzt sogar Fantasy-Elemente. Der Vergleich hinkt also etwas.

Bei Just Cause 3 -> 4 wurde halt die Map ausgetauscht. Ansonsten ist es wirklich quasi gleich.

XBU Philippe Do, 20.12.2018, 09:41 Uhr

Ja gut, das ist halt genau das Problem. Ich lese das Review halb und denke: Ja gut, das gleiche wie immer. Das wird wahrscheinlich bei Far Cry und Assassin's Creed nicht anders sein, auch wenn die Spiele es öfters mal geschafft haben, eine interessante Neuerung reinzubringen. Aber immer das gleiche Spiel? Nee danke. Das ist auch der Grund, warum mein letztes Fifa von 2014 ist und ich neue Assassin's Creeds nur in den Games with Gold spiele - das ist echt immer das gleiche. Und ich fand schon Just Cause 3 unterhaltsam, aber halt das gleiche wie immer :D