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Rund drei Jahre nach Sekiro ist From Software wieder da, Elden Ring lädt auf Erkundungstour ein. Auch in den Zwischenlanden darf wieder gestorben werden, allerdings wartet noch so viel mehr auf euch. Und so viel sei verraten: Wir haben hier einen heißen Anwärter auf das Spiel des Jahres!

Ein unvergessliches Abenteuer

Wir fallen mit der Tür ins Haus: Was für ein Abenteuer. In Elden Ring entdecken wir an jeder Ecke etwas, das uns wortwörtlich mit offenen Mündern zurück lässt. Warum das so ist? Weil die offene Spielwelt hier einfach perfekt eingesetzt wird. Selbst Open World-Muffel werden vermutlich ihre wahre Freude haben. Das liegt an zwei wichtigen Punkten: völlige, ungestörte Freiheit der Erkundung und echte Belohnungen.

Anders als in anderen Spielen mit einer frei erkundbaren Welt, werden wir hier nicht mit Icons, Questmarkern oder sonstigen Hinweisen auf der Karte vollgekleistert. Wir suchen unseren eigenen Weg. Dazu müssen wir einfach loslaufen. Egal wohin. Nur los. Vielleicht finden wir einen Kartenstein, der uns einen Teil unserer Map freischaltet, vielleicht ein Lager, eine Höhle, einen Dungeon, einen Boss oder was auch immer sonst.

Das großartige daran: Am Ende jeder Entdeckungsreise wartet eine fette Belohnung. Wir finden regelmäßig neue Rüstungen, Waffen, Zauber, Gegenstände, um unsere Tränke zu verbessern oder neue Kriegsaschen.

Immer im Blick: das Ziel, der Erdenbaum

Aller Anfang ist schwer?

Aber wir greifen voraus. Los geht es natürlich mit einer kleinen Einführung. Lustigerweise versteckt sich das Tutorialgebiet im Untergrund einer Höhle. Nicht allzu schwer zu finden, aber dennoch übersehbar. Und doch das ideale Sinnbild für dessen, was uns auf unserer Reise erwarten wird. Es lohnt sich, den direkten Weg zu verlassen und abseits zu schauen, ob sich dort etwas finden lässt.

Nach kurzer Zeit betreten wir jedoch die eigentliche Spielwelt und können ab dann überall hin – ja, sogar in eigentlich viel zu schwere Gegenden. Was erst einmal abschreckend wirkt, ist der Punkt der Neueinsteiger aufhorchen lassen sollte. Denn egal, ob ihr bereits erfahrene Soulslike-Spieler seid oder nicht, Elden Ring ist der zugänglichste Genrevertreter aus dem Hause From Software. Versteht uns nicht falsch, ihr werdet trotzdem häufig den Bildschirmtod erleiden und euch an Bossen die Zähne ausbeißen. Aber allein aufgrund der Möglichkeiten können auch Neulinge Spaß haben.

Probiert andere Wege

Ist euch ein Boss zu schwer? Geht woanders hin. Levelt, findet neue Ausrüstung, perfektioniert euren Spielstil und kommt später, gestärkt und voller Erfahrung, zurück. Es gibt einige Spots zum Farmen von Runen, der Währung in Elden Ring die zum Kaufen von Gegenständen und zum Leveln genutzt wird.

Um euch das Leben ein wenig zu erleichtern, findet ihr am Wegesrand auch einige Kirchen und kleinere Erdbäume, die eure Tränke stärken oder deren Wirkung verbessern. Wichtig dabei: Ihr habt immer einen Pool aus Tränken. Mit jedem goldenen Samen eines Erdbaumes erhaltet ihr eine weitere Flasche. Tragt ihr beispielweise sechs davon herum, entscheidet ihr, ob ihr alle zum Heilen oder zum Auffüllen von Mana nutzen wollt, oder ob ihr sie aufteilt.

Magie kann sehr hilfreich sein

Außerdem feiert Magie ein Comeback. Waren in Dark Souls Zauber noch langsam und eher weniger effektiv, kann man hier getrost einige Level in Intelligenz oder Glaube stecken, um Zauber oder Wunder zu wirken. Die sind bisweilen so stark, dass einige Bosse nicht einmal zu euch gelangen, ehe ihr sie einfach weggefegt habt. Aber Vorsicht: Auch Magie ist kein Allheilmittel. Immerhin ist auch Mana nicht im Überfluss vorhanden und die Tränke müsst ihr euch eben einteilen.

Es war einmal…

Die Story lässt sich kurz zusammenfassen… oder auch nicht. Im Grunde geht es um den namensgebenden Elden Ring, der dem Erdenbaum seine Energie gibt. Leider wird die Kraft des Elden Ring jedoch gestohlen, ein paar Halbgötter verfallen dem Wahnsinn und wir müssen deren Große Runen durch Kämpfe erlangen, um der Legende nach diese zu vereinen und zum Elden Lord ernannt zu werden.

Klingt irgendwie vertraut, wenn man sich zuvor durch die Geschichte der Dark Souls-Spiele gewühlt hat. Gewühlt ist auch das richtige Stichwort, denn wie auch in den direkten Vorgängern von From Software, steckt ein Großteil der Geschichte und Lore im Detail. Über Gespräche mit NPCs, Storytelling durch die Umgebung und kleine Item-Texte können wir mehr über die Zwischenlande und deren Bewohner erfahren.

Oder wir lassen es einfach. Das bleibt ganz uns überlassen. Immerhin: Die Geschichte wird hier etwas deutlicher präsentiert und die grobe Rahmenhandlung sollte jeder begreifen. Dennoch merkt man insgesamt kaum den Einfluss von George R. R. Martin, das macht aber auch nichts. Die Story bietet eine gute Grundlage und ist im Detail vollgestopft mit kleinen Geschichten rund um Verrat, Tod oder auch Hoffnung.

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Fazit

Wir könnten noch viele weitere Seiten füllen, was es in Elden Ring alles zu entdecken gibt. Aber genau darin liegt der Reiz: Ihr solltet euch selbst auf Entdeckungsreise machen! Mir ist der Testbericht sichtlich schwergefallen. Die richtigen Worte zu einem so großartigen Spiel zu finden, wollte einfach nicht recht gelingen.

Für mich persönlich ist Elden Ring das Spiel des Jahres – da wird nichts mehr heranreichen, da bin ich sicher.

Man kann locker 100 Stunden im ersten Durchlauf im Spiel verbringen und hat doch nicht alles gesehen. Größtes Highlight: Die Offene Spielwelt. Wir haben es hier mit der besten Implementierung seit Zelda: Breath of the Wild zu tun.

Es macht einfach höllisch Spaß, die Zwischenlande zu erkunden. Da fallen auch seltsame Designentscheidungen bei der Implementierung des Koops oder die etwas holprige Präsentation und Performance nicht ins Gewicht.

Elden Ring ist bisweilen frustrierend, unheimlich motivierend und einfach faszinierend. Es ist zugängliche denn je, vergisst aber seine Wurzeln nicht. Und es wird natürlich auch nicht jede Spielerin oder jeden Spieler ansprechen. Aber diejenigen, die sich auf das Gameplay einlassen können, werden über Stunden überrascht und verzaubert werden.


Bewertung

Pro

  • Fantastische Open World
  • Viele kleine Geheimnisse
  • Großartige Bosskämpfe
  • Versteckte Gebiete
  • Perfektioniertes Kampfsystem
  • Magie hat endlich eine Daseinsberechtigung

Contra

  • Grafik und Performance nicht auf Current Gen Stand
  • Seltsame Koop-Designentscheidungen
  • Wiederverwendete Bosse

Spielewelt 10 von 10
10/10
Gameplay 9 von 10
9/10
Spielspaß 10 von 10
10/10
Multiplayer 8 von 10
8/10
Grafik / Technik 7 von 10
7/10
Design 10 von 10
10/10
Sound 9 von 10
9/10
XBU-Gold-Award
10

4 Kommentare

Schneeweißchen Fr, 20.05.2022, 20:19 Uhr

Das beste Spiel, was ich jemals gespielt habe. Ich habe soviel Spaß in dem Game und die Grafik, das Gameplay, die Gegner, alles sehr super dargestellt. Gestorben bin ich schon soooo oft, nee, das wird nicht reichen. Ich bin mehrmals gestorben.

XBU TNT2808 Mi, 06.04.2022, 16:43 Uhr

Zitat Zitat von XC ShadowClaw Beitrag anzeigen
Dein Review liest sich super. Ich bin kein Souls Spieler aber wenn man deinen Ausführungen so folgt... Ich denke ich werde es auch mal ausprobieren. Danke dir dafür!
Das freut mich zu hören, die Welt ist einfach toll - wenn man sich drauf einlässt. Dann kann man sich aber problemlos darin verlieren und über Stunden Spaß haben.

Wichtig ist einfach, dass man mit der richtigen Erwartungshaltung rangeht: Es ist halt immer noch ein Soulslike. Der Schwierigkeitsgrad ist nicht ohne - aber durch die offene Welt kann man eben viele Bosse umgehen, sich Hilfe suchen oder später wiederkommen.

Zitat Zitat von XBU Philippe Beitrag anzeigen
Du führst die One-Hit-Kills (die man selbst erleidet) und den enormen Schadensoutput von verschiedenen Attacken verschiedener Bosse nicht als Negativpunkt auf? Mutig. Ich bin bei den ganzen Dark-Souls-Games raus. Das ist mir echt zu heavy, die Lernkurve ist krass. Hatte mal ein wenig versucht, mich da reinzufuchsen, aber es macht mir einfach keinen Spaß. Dagegen schau ich sehr gerne Gameplay zu, da es echt hammermäßig aussieht. Elden Ring ist echt der Wahnsinn, wie detailliert die Welt ist und wie grandios die Bosse entworfen sind. Und die pure Abwechslung ist beeindruckend. Wenn man dann noch halbwegs Skill hat, ist das echt ein Spiel, das seinesgleichen sucht.

Danke für den umfangreichen Test!
So richtig One Shot gibt es aber nichts. Klar, Bosse hauen ordentlich rein, aber das sollen sie ja auch. Es geht halt darum, zu taktieren. Wann öffnet sich für mich ein Fenster, um zurückzuschlagen.

Trotzdem: Mit der richtigen Rüstung und ein paar investierten Leveln in Lebensenergie hält man durchaus auch mal ne Kombo aus. Und außerdem gibt es Zauber oder Waffenkünste, die auch mal schnell bei Bossen ordentlich Energie wegziehen.

Ich finde das Spiel wirklich toll ausbalanciert und habe mit meinem Hybridbuild (Intelligenz für Zauber und Stärke für fette Waffen) gut durchs Spiel gefunden, ohne stundenlang an Bossen zu hängen.

XC ShadowClaw Mo, 28.03.2022, 13:33 Uhr

Dein Review liest sich super. Ich bin kein Souls Spieler aber wenn man deinen Ausführungen so folgt... Ich denke ich werde es auch mal ausprobieren. Danke dir dafür!

XBU Philippe Fr, 25.03.2022, 19:44 Uhr

Du führst die One-Hit-Kills (die man selbst erleidet) und den enormen Schadensoutput von verschiedenen Attacken verschiedener Bosse nicht als Negativpunkt auf? Mutig. Ich bin bei den ganzen Dark-Souls-Games raus. Das ist mir echt zu heavy, die Lernkurve ist krass. Hatte mal ein wenig versucht, mich da reinzufuchsen, aber es macht mir einfach keinen Spaß. Dagegen schau ich sehr gerne Gameplay zu, da es echt hammermäßig aussieht. Elden Ring ist echt der Wahnsinn, wie detailliert die Welt ist und wie grandios die Bosse entworfen sind. Und die pure Abwechslung ist beeindruckend. Wenn man dann noch halbwegs Skill hat, ist das echt ein Spiel, das seinesgleichen sucht.

Danke für den umfangreichen Test!