Schwert oder Zauberstab – das Jobsystem
In Dragon Quest VII Re-Imagined steckt ein ziemlich cooles System, das auch schon im Original zu finden war: das Jobsystem, das im Grunde verschiedene Klassen darstellt. Ab einer bestimmten Stelle im Spiel lässt es sich nutzen, um eine neue Klasse zu erlernen. Was haben wir davon? Nun, ein Priester spielt sich beispielsweise völlig anders im Kampf als ein Magier – oder auch als ein Krieger. Jede Klasse verfügt über eigene Skills, die sich entweder für den Support der Gruppe oder zum Vernichten der Gegner einsetzen lassen. Diese ergänzen sich auch untereinander, weshalb es Sinn ergibt, die Truppe ausgewogen aufzustellen. Je mehr man von einer Klasse lernt, desto höhere Skills stehen zur Verfügung – bis die Klasse schließlich ausgelernt ist. Und dann? Dann erlernen wir einfach die nächste und versuchen, sie geschickt zu kombinieren.

Wer beispielsweise die Jobs Priester und Krieger gemeistert hat, kann diese zu einem Paladin kombinieren. Der kann dann sowohl kräftig zuschlagen als auch heilen – sehr praktisch. Damit hat man einen Job der mittleren Stufe erlernt. Es gibt jedoch noch eine fortgeschrittene Stufe, die noch mächtigere Klassen bereithält. Ihr seht: Das System ist komplex und lädt zum Experimentieren ein. Zudem kann man jederzeit wieder wechseln, falls man mit einer Ausrichtung gerade nicht zufrieden ist.
Ein massives Abenteuer
Man darf sich vom putzigen Look nicht täuschen lassen: Bei diesem Titel handelt es sich um ein äußerst umfangreiches Rollenspiel, das viele verschiedene Welten bietet, die alle erkundet und gemeistert werden wollen. Dabei erzählt das Spiel zahlreiche kleine und auch größere Geschichten – manche davon bewegend, andere humorvoll und manche Erzählung der Bewohner auch ein wenig traurig.

Es gibt unzählige Schätze zu erbeuten und Geheimnisse zu erforschen. Die Entwickler haben einen wirklich guten Job gemacht, dem Spiel einen frischen Twist zu verleihen, da sich sowohl Teile der Story als auch der Look verändert haben – und dennoch die spannenden Elemente des Originals bewahrt, wenn auch mit ein paar Abstrichen.
Eines steht fest: Wer den Titel zum ersten Mal spielt, kann locker 100 Stunden damit verbringen. Schließlich muss man erst einmal lernen, wo und in welcher Zeitebene was zu tun ist, um weiterzukommen. Zwar führt einen der neue Teil stärker an die Hand – mit den bisher noch nicht dagewesenen Questmarkern –, doch vieles muss man nach wie vor selbst herausfinden. Darüber hinaus wartet auch noch ein nicht zu unterschätzendes Endgame.
Fazit
Dragon Quest VII Re-Imagined ist ein wunderschöner Titel, der behutsam die wertvollen Teile des Originals aufgreift und daraus ein zeitgemäßes Spiel erschafft. Es gibt viel zu entdecken, und da es sich bei dem Titel um kein knallhartes JRPG handelt, eignet er sich auch bestens für Einsteiger – zumal der Schwierigkeitsgrad löblicherweise frei einstellbar ist.
Das Spiel erzählt viele reizvolle kleinere und größere Geschichten, die Stück für Stück enthüllt werden. Neu hinzugekommen ist außerdem eine Sprachausgabe. Zwar ist diese leider nicht durchgehend vorhanden, dennoch ist es um ein Vielfaches besser, als wie im Original nur Textboxen zu lesen – zumal die englischen Sprecher hervorragend sind. Damit einher geht allerdings auch ein Wermutstropfen: Wer nur der deutschen Sprache mächtig ist, kann zwar Untertitel nutzen, erhält jedoch keine deutsche Synchronisation.
Die Kämpfe gehen flüssig von der Hand, und dank der One-Hit-Möglichkeit muss man mit schwächeren Gegnern keine Zeit verschwenden. Die Rätsel und bewegenden kleinen Geschichten rund um die Bewohner dieser von Akira Toriyama erschaffenen Welt bieten einen hohen Unterhaltungswert. Der massive Umfang ist für alle Fans von JRPGs – und für alle, die es noch werden wollen – ein echter Leckerbissen.
Bewertung
Pro
- Schicker neuer Look
- Unnötige Passagen wurden gestrichen
- Schwierigkeitsgrad individuell einstellbar
- Anfängerfreundlich
- Coole Geschichten
- Viel Umfang fürs Geld
Contra
- Menüführung etwas altbacken
- Jobsystem ist spannend, kann aber überfordern
- Nicht alles vertont
- Keine deutsche Synchro
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