Ich denke, dass du sicherlich in vielen Punkten recht hast. Habe mir zu dem Thema auch schon viele Gedanken gemacht.
Ich denke aber, dass eine schlussendliche Wertung in einer bestimmten simplen Form immer dazu gehört.
Wir brauchen nämlich manchmal einfache Strukturen um Spiele einzuschätzen. Selbst Filme werden teilweise so bewertet. IMDB.com vergibt 0-10 Sterne samt Kommazahlen (also wie Prozente) für Spiele anhand von Userwertungen für Filme. Es hilft einfach vielen, Filme schnell zumindest grob einschätzen zu können. Und es ist eben doch auch ein Vorteil (obwohl du es eher als Nachteil beschrieben hast) für Entwickler, wenn sie schnell ihr Spiel eingeschätzt sehen. Man kann von niemandem verlangen, dass er für jedes Spiel das ihn nur halbwegs interessiert auch den vollen Testbericht (am besten dann sogar von mehreren Magazinen, wegen dem Vergleichsaspekt) liest. Aus der Hinsicht ist Metacritic auch nicht schlecht, weil man es dem Interessenten vereinfacht, verschiedene Meinungen direkt einzusehen.
Andererseits sind die Bewertungen in Zahlen meiner Meinung nach zu detailreich. Was unterscheidet 83 % von 84%? Was unterscheiden 6 Punkte und 7 Punkte?
Ich denke, das sinnvollste wäre eine viel simplere Einteilung in 5.
Also nach dem Motto:
5 Sterne = Absolut erstklassiges Spiel! Muss unbedingt jeder sich mal anschauen.
4 Sterne = Sehr Gutes Spiel. Gefällt sicherlichen vielen.
3 Sterne = Durschnittsgame. Findet seine Anhänger, aber auch seine Hasser.
2 Sterne = Schlechtes Spiel. Findet eigentlich keine Fans.
1 Stern = Katastrophe! Macht niemandem Spaß.
So hätte man von 3-5 noch Kaufempfehlungen, und das andere dann eher nicht. Aus meiner Sicht ist das System deutlicher einfacher zu durchschauen, erlaubt es, grober zu bewerten (und somit mehr Spiele auf ein gleiches Niveau zu bringen) und wirkt dann nicht so schnell subjektiv. Und doch kann man eine Unterscheidung anbringen.
Aber dass bei dem Thema Wertungen, WELCHE Wertungen, Wertungen ÜBERHAUPT, die Meinungen extrem weit auseinander gehen, sehen wir ja bereits seit Ewigkeiten bei XBU. Wir haben uns nie getraut, an unserem Wertungssystem was zu ändern, weil die Angst da ist, es falsch zu machen und das System so von sehr vielen gemacht wird. Außerdem sieht jeder zweite Redakteur das dann wahrscheinlich wieder anders, was zu keinen produktiven Ergebnissen führt.
Ich sehe halt bei vielen Punkten Argumente dafür und dagegen. Meiner Meinung aber wäre die wahrscheinlich treffendste Lösung mein Vorschlag mit 5 Unterteilungen. Gar keine Wertung (wie dein Eurogamer-Beispiel) halte ich für unklug. Das ist nicht griffig genug. Weiß nicht, ob Leser sowas auf Dauer durchhalten.
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16.02.2015, 18:55 #1XBoxUser.de - Team XBU Hero
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16.02.2015, 20:10 #2aka XBU Ch4iiNsaW Profi Gamer
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Es kommt meiner Meinung auch darauf an, woher die Bewertung kommt. Eine Bewertung von einer Person - zB eines Redakteurs - sagt um Längen nicht so viel aus wie 100+ Bewertungen von den verschiedensten Leuten.
Ich persönlich bin kein Fan von Reviews einzelner Personen, da die persönliche Meinung oft eine zu große Rolle spielt und so dem einem oder anderen Spiel unrecht tut. Jeder hat verschiedene Präferenzen und Geschmäcker, wieso sollte dann eine einzelne Person ein ganzes Spiel bewerten dürfen bzw. ist dies überhaupt sinnvoll?
Jetzt nicht falsch verstehen, die eigene Meinung ist wichtig, sollte aber der objektiven Sichtweise nicht im Weg stehen - auch wenn das kaum möglich ist.
Ich schließe mich Philippe da an und halte ein Bewertungssystem (von einzelnen Personen) mit fünf Stufen für sinnvoll.
Bleiben trotzdem noch eine Menge Fragen. Ist ein Bewertungssystem mit fünf Stufen aussagekräftig genug? Gibt man dem Spiel jetzt 3-4 Sterne oder doch lieber 3,5 (wobei man dann wieder bei 10 Stufen ist)?
Wie schon geschrieben, wie aussagekräftig ist der Unterschied zwischen einem 86% und einem 88% Score? Wo zieht man die Grenzen?
Viele Fragen und letztendlich ist auch dies nur eine Frage des persönlichen Geschmacks.
PS: Toller Blogeintrag
XBU BautzeGears Fanatiker



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