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Ein Spiel, das eine Geschichte erzählt: Genau das ist Blackwood Crossing. In einer Welt voller Mysterien, Komik und Teenager-Drama entsteht eine herzzerreißende Geschichte, die nach ein paar Stunden leider schon vorbei ist. Wir haben das Spiel getestet und sagen euch in unserem Review, warum es uns ein wenig enttäuscht.

Metaphernreiches Setting

Aus der First-Person-Perspektive beginnt das Spiel in einem fahrenden Zug. Ihr spielt Scarlett, eine Teenagerin die mit ihrem Bruder Finn im Zug unterwegs ist. Warum genau, bleibt stets unklar und die gesamte Geschichte, der gesamte Aufbau des Spiels zielt darauf ab, dass nie wirklich alles klar ist. Dadurch entsteht eine sehr gute, mysteriöse, teils sogar bedrückende Stimmung.

Alles fängt damit an, dass sich euer Bruder, Finn, offenbar im Klo eingeschlossen hat und ihr ihm helfen müsst. Das Gameplay ist denkbar einfach: Mithilfe eines sehr schwammigen Cursors und eurem linken Stick bewegt ihr euch ganz langsamen Schrittes hin und her und könnt nebenbei mit ein paar Objekten interagieren oder bestimmte Dinge sogar aufnehmen. Komplex wird das Ganze aber nie: Es geht einzig und allein um die Geschichte.

Und die Geschichte ist linear und voller Metaphern. Denn von jetzt auf gleich tauchen neben euch und Finn plötzlich maskierte Gestalten im Zug auf. Ein Schuljunge mit Hasenkopf erinnert an den düsteren Psychofilm „Donnie Darko“, maskierte Personen flößen ein wenig Angst ein. Urplötzlich wächst im Zug ein Baumhaus empor, das wir erklimmen sollen. Schnell versteht man die vielen Metaphern, erkennt, dass das Spiel sich ständig in einer Art Traumwelt befindet. Es gibt Magie, es gibt unerklärliche Momente und die maskierten Personen entpuppen sich als Familienmitglieder. Langsam aber sicher fängt man an, die Hintergrundgeschichte zu entdecken. Sie ist düster, traurig und dramatisch zugleich. Die Darstellung in Erinnerungen und Träumen ist sehr emotional und fantastisch umgesetzt.

Keine große Interaktion

Das Problem: Das Spiel scheint kein wirkliches Spiel sein zu wollen. Es ist komplett linear. Es gibt hier und da mal Dialogmöglichkeiten, die aber in absoluter keiner Weise irgendetwas beeinflussen. Es gibt ab und an ein paar Rätsel zu lösen, die größtenteils einfach, aber auch teilweise irrsinnig schwierig erscheinen. Denn es gibt nie große Hinweise darauf, wie man weiterkommt. So muss man an einer Stelle ein Feuer löschen, aber die richtigen Schritte, um den Feuerlöscher nehmen zu können, sind leicht übersehbar (Tipp: Vergesst nicht das offene Fenster zu schließen…). Andere Rätsel beinhalten Passwortraten (welches ich nicht schaffte, ich musste googeln, um die richtige Reihenfolge herauszufinden, die ich bis heute nicht verstanden habe. Psssst, es ist „Bluback, Wuboods, Fubor, Evuber“) oder das richtige Kombinieren von Dialogen von Personen.

Doch das Gameplay bleibt immer sehr, sehr simpel. Ein wenig zu simpel. Manchmal denkt man sich, man würde jetzt einfach lieber zuschauen, als A drücken oder hin und her gehen zu müssen. Das Gameplay ist etwas zu schlicht und die Rätsel teilweise zu offensichtlich oder linear, als dass es wirklich spannend wäre.

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Fazit

Blackwood Crossing erzählt eine Geschichte. Punkt. Mehr will das Spiel nicht, mehr bietet das Spiel nicht. Es ist eine emotionale, sehr gutgeschriebene Story, die einen packt und durch sein mysteriöses Traumsetting sehr in seinen Bann zieht. Umso trauriger ist es dann, wenn man nach zwei Stunden schon durch ist und noch so viele Fragen offenbleiben. Man hätte das Ganze deutlich größer ausbauen können, mehr Charaktere mit einbinden und somit dem Spiel und seiner Story noch mehr Tiefgang geben können.

So bleibt auch das Gameplay stets unglaublich simpel und banal, es gibt nur ein paar Interaktionsmöglichkeiten und ein paar kleinere Rätselaufgaben. Alles dies ist aber nicht dramatisch. Es ist nicht wirklich schlimm, dass der Grafikstil gut ist, aber die Abwechslung ein wenig fehlt. Auch die paar technischen Bugs sind verschmerzbar. Letztlich muss ein jeder sich einfach fragen, ob das Geld für ihn gerechtfertigt ist, um eine kleine, feine Geschichte erzählt zu bekommen. Denn die ist gut, ohne Zweifel. Sehr emotional und sehr atmosphärisch. Aber leider etwas zu kurz.


Bewertung

Pro

  • Schöner Comiclook
  • Wunderbar emotionale Geschichte
  • Atmosphärisches Setting
  • Sehr gute Vertonung

Contra

  • Sehr kurz (circa 2 Stunden) und linear
  • Grafisch manchmal eintönig
  • Story hinterlässt Fragen
  • Gameplay sehr eingeschränkt
  • Technisch nicht einwandfrei (Bugs und Abstürze)

Grafik 7 von 10
7/10
Sound 8 von 10
8/10
Story 10 von 10
10/10
Gameplay 6 von 10
6/10
Umfang 3 von 10
3/10
Spielspaß / Atmosphäre 8 von 10
8/10
7

6 Kommentare

Miitchiii Do, 20.04.2017, 13:38 Uhr

XBU Buttercup schrieb:
Ich hoffe, dass das bei Games With Gold kommt :D

Das hoffe Ich auch bei so viiiielen Spielen weil es mir das Geld nicht Wert ist... Bin auf den Mai gespannt :D

XBU Buttercup Do, 20.04.2017, 13:34 Uhr

Ich hoffe, dass das bei Games With Gold kommt :D

Miitchiii Do, 20.04.2017, 13:13 Uhr

Wenn ich das so lese kommt es mir vor wie schnell 1000 G für wenig Geld... Klar ein Spiel muss nicht zwingend lang sein (Jedes CoD ist in 8 Stunden gespielt) aber trotzdem möchte man sich doch etwas für sein Geld beschäftigen denke ich.

Point and Click Spiele mag ich eigentlich recht gerne aber der Bericht sagt mir doch: "Finger davon lassen"

XBU Philippe Mo, 10.04.2017, 14:14 Uhr

XBU Buttercup schrieb:
Ich werd's mir auch holen, wenns reduziert wird! Finde das Design sehr schön. Alleine das ist einen Kauf wert.

Naja, ich fand das Grunddesign auch ansprechend, aber leider hat das Spiel sehr wenige Assets. Objekte wiederholen sich unglaublich oft und es gibt nur circa 9 Charaktere im Spiel.

XBU Buttercup Mo, 10.04.2017, 14:03 Uhr

Ich werd's mir auch holen, wenns reduziert wird! Finde das Design sehr schön. Alleine das ist einen Kauf wert.

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