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Mit Star Wars: Jedi the Fallen Order hat EA seit langer Zeit mal wieder einen reinen Singleplayer zur Star Wars-Saga am Start. Das Spiel soll mit einer packenden und düsteren Story aufwarten sowie sehr abwechslungreich gestaltet sein. Wir haben uns das Lichtschwert umgeschnallt und testen spoilerfrei für euch, ob sich der Kauf tatsächlich lohnt.

Dunkle Zeiten für Jedis

Zeitlich setzt das Spiel zwischen Episode 3 und 4 an. Damit liegen wir in einer sehr düsteren Zeit für die Jedi-Ritter. Sie werden alle verfolgt und von dem Regime zur Strecke gebracht. Da sich Cal ebenfalls als einer der wenigen übrigen Jedis sieht, muss er also versteckt leben und möglichst nicht viel Aufmerksamkeit erregen.

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht das natürlich so aus, dass man gleich zu Anfang seinem Arbeitskollegen und Freund vor dem sicheren Tod retten will und dafür Jedi-Kräfte einsetzen muss. Ein kurzer Augenblick und schon ist die Fassade dahin. Cal muss schleunigst dem Planeten und damit dem Zugriff des Imperiums entfliehen.

Und somit beginnt die Saga. Cal ist allerdings noch kein knallharter Vollprofi, sondern noch ziemlich grün hinter den Ohren. Als solcher hat er noch viele Kniffe zu lernen und gleich zu Beginn lernt man mit dem Charakter mit. Ob es jetzt das Verlangsamen von angreifenden Gegnern oder die Reflektion von Kugeln ist, so ziemlich viele Jedi-Tricks finden ihre Anwendung und reichern damit ebenfalls das Gameplay an.

Tomb Raider-Jedi

Cal, unser Haupcharakter, steht in Sachen Klettermaxe der hübschen Lara Croft in nichts nach. Zumindest nicht von seinen Fähigkeiten her. Man lernt für kurze Zeit an der Wand entlang zu laufen und schwierige Hänge emporzuklettern und erkundet somit die Umgebung auf umfassende Weise.

Die weiterführenden Skillmöglichkeiten wirken sich also nicht nur auf die klassichen Kampffähigkeiten aus, sondern implizieren auch, dass man nur mit dem Einsatz der Jedi-Kräfte bestimmte Gegenden erkunden kann. Das Spiel ist nämlich semi-offen. Soll heißen, man hat einen Hub-basierten Ansatz. Nach dem Tuturial arbeitet man im Laufe des Story verschiedene Planeten ab. Jeder Planet bietet dabei neue Herausforderungen aber auch neue Umgebungen. Die Jungs von Respawn haben hierbei nicht haufenweise Copy und Paste eingesetzt, sondern haben sich bemüht immer wieder Variationen zu erschaffen.

Hin und wieder gibt es auch leichte Timing-Rätsel zu lösen, die einen für einen Moment inne halten lassen. Erst nachdem man verstanden hat, wie eine Passage zu meistern ist, kann es dann mit dem richtigen Einsatz der Skills weitergehen. Hierbei werden dem Spieler auch reichlich Optionen geboten, um die Gegend weiter zu erkunden. Je nach Gusto. Man kann sich auch geradewegs an der Story entlanghangeln, muss es aber nicht. Gerade die alternativen Pfade offenbaren viele interessante Überraschungen und Belohnungen.

Was mir allerdings persönlich weniger gefallen hat, ist die Navigation mittels Holo-Map. Man hat nicht wie üblich eine kleine Minimap in der Ecke mit einem klaren Pointer zum nächsten Aktionspunkt. Vielmehr rennt man in der Gegend rum, stoppt, öffnet die Holo-Karte, orientiert sich, schließt diese wieder und wiederholt das am nächsten Punkt, wo man sich wieder verpeilt hat. Das stört den Spielfluss ungemein.

Ebenso sei gesagt, dass man sich zwar an etlichen Stellen an Tomb Raider anlehnt, aber nirgends die Präzision der Steuerung erreicht wird. Gerade beim Klettern ist Cal eher hakelig unterwegs. Damit fühlt sich das Ganze teilweise mehr gewollt als gekonnt an.

Der Weg zum Ziel

Jede Map bzw. jeder Planet offenbart weitere Hinweise, die einen zum nächsten Storypunkt führen. Im Laufe der Zeit erfährt man so mehr und mehr über die tragischen Hintergründe. Leider verläuft die Story jedoch linear und man hat keinerlei Entscheidungsmöglichkeiten, die das Endergebnis maßgeblich beeinflussen.

Dennoch gibt es einige Rollenspiel-Elemente. Diese offenbaren sich bei den Meditationspunkten und beim Skilling. Der Charakter verdient nämlich XP und kann mit den Erfahrungspunkten neue Skills freischalten. Hier hat man sich leider etwas von Dark Souls inspirieren lassen und fleißig geklaut. Beim frühzeitigen Ableben werden XP leider verballert und man muss diese wieder einsammeln. Man spawnt dann am nächsten Meditationspunkt.

Dieser ermöglicht einem auch seine Lebenspunkte wieder aufzufrischen. Blöderweise spawnen dann allerdings alle Gegner neu. Man muss also wirklich abwägen, wann diese Option Sinn macht. Besonders dann, wenn die Gegner sehr mächtig sind. Es öffnet natürlich die Möglichkeit zum Grinden der immergleichen Gegner, um stärker zu werden. Wem das Spaß macht, kann diesen Mechanismus also ausnutzen.

Fazit

Wer sich schon lange Zeit nach einem soliden Star Wars Singleplayer-Erlebnis sehnt, könnte bei dem Spiel fündig werden. Eine spannend erzählte Geschichte nimmt den Spieler von Anfang an mit und lässt einen immer neugieriger auf Cals Schicksal werden, das ihn in dem Spiel in dem Kampf gegen die böse Antagonistin des Imperiums erwartet. Wird er mächtig genug sein, sich ihr zu stellen? Diese Frage beantwortet ihr in dem Titel selber.

Das Spiel sieht klasse aus und macht sowohl auf der normalen Xbox One, als auch auf der Xbox One X eine gute Figur. Dabei bleibt das Gameplay stets flüssig und man kommt nie in eine so niedrige Framerate, dass es stottert. Die Steuerung geht dabei butterweich von der Hand und man erlernt dadurch schnell den Umgang mit dem Lichtschwert, um den Gegnern zu trotzen.

Star Wars Jedi Fallen Order begnügt sich allerdings nicht mit einem strengen Action-Korridor, sondern ermöglicht dem Spieler die Erkundung der unterschiedlichen Gebiete, die so gestaltet sind, dass es ab und wann auch mal zu einem kleinen Puzzle kommt, welches es zu lösen gilt.

Es handelt sich bei dem Spiel also um einen soliden Mix aus Action, spannender Story und Jedi-Mystik, den man Actionsfans durchaus empfehlen kann. Wer allerdings besondere Innovation erwartet, wird womöglich enttäuscht, da man alle Elemente in der ein oder anderen Form schon gesehen hat.


Bewertung

Pro

  • Flüssige Darstellung
  • Coole Kämpfe
  • Nette Rätsel
  • Erkundung von Gebieten
  • Viele Referenzen zum Star Wars-Universum

Contra

  • Keine Innovation
  • Lineare Storyentwicklung
  • Keine Mini-Map
  • Nervige Holo-Karte

Grafik 8 von 10
8/10
Sound 8 von 10
8/10
Story 8 von 10
8/10
Gameplay 7 von 10
7/10
Spielspaß 7 von 10
7/10
Umfang 8 von 10
8/10
XBU-Silver-Award
8

3 Kommentare

Liutasil Do, 05.12.2019, 21:20 Uhr

Also ganz ehrlich das war endlich Mal wieder eine Star Wars Story die Spaß gemacht hat, in die man sich rein leben kann gerade als Star Wars Nerd/Fan. Es hat mir riesig viel Spaß gemacht und wird es auch weiterhin, da die Planeten nach Abschluss der Story weiterhin frei zugänglich sind und man alle Dinge, die man noch nicht erledigt hat weiterhin erledigen kann. [emoji106][emoji3]

Gerade kurz vor Start des Filmes noch Mal ein richtiger Flash zumindest für mich.

XBU Philippe Fr, 29.11.2019, 15:33 Uhr

Was ich so vom Gameplay gesehen habe, sah es sehr "banal" aus und gefüllt mit Bugs und Glitches. Atmosphäre scheint cool, aber das ist wohl einfach der Franchise selber zu verdanken.

Amani HT Fr, 29.11.2019, 13:35 Uhr

Ich, als Star Wars Fan, hätte sogar etwas höher bewertet.
Besonders im Punkt Story. Das Star Wars im allgemeinen jetzt kein "Die Säulen der Erde" ist, war schon in jedem Film so. Wer da Meisterwerke erwartet sollte Star Wars meiden. Aber im Vergleich Spiel zu den Filmen, finde ich die Story richtig gut gemacht und die letzten 10 Minuten vom Spiel haben mir eine Gänsehaut verpasst.