Page

Vor Kurzem veröffentlichte der italienische Spielehersteller Milestone den dritten Teil der Ride Serie. Dabei bietet das Motorradrennspiel laut dem Entwickler ein „komplettes Rennabenteuer“. Beim ersten Blick auf die Verpackung zeichnet sich zumindest schon mal ab, dass dem Käufer einiges für sein Geld geboten wird. Ob wir mit Ride 3 tatsächlich in ein Motorrad Rennabenteuer abgetaucht sind, oder ob wir bereits nach der ersten Kurve im Kiesbett gelandet sind, verraten wir euch in dem folgenden Review.

Ready, Set, Go!

Ride 3 heißt den Spieler direkt im Hauptmenü willkommen. In einem rustikal wirkenden Zimmer, welches den Namen Man Cave zurecht tragen würde, finden sich alle Spielmodi, Einstellungen und sonstige Menüpunkte. Als erstes in der Liste befindet sich auch direkt die Karriere. Nach der Erstellung eines eigenen Fahrers lässt es sich auch direkt durchstarten. Ride 3 bietet dabei insgesamt neun sogenannter Stufen. Beginnend mit der Fahrschule, den Stufen 1-6, der Finalserie sowie einer eigenen Stufe voller Extras hat der Spieler eine schier unendliche Anzahl an Veranstaltungen mit mehreren Rennen, die es zu gewinnen gilt!

Diese sind auch von ihren jeweiligen Themen her sehr abwechslungsreich, sodass für jeden Motorradfan etwas dabei sein dürfte. Einziges Manko ist hier die sogenannte Fahrschule. Gut gemeint ist oft nicht gleichbedeutend mit gut gekonnt. Die verschiedenen Fahrschulkapitel bieten dem Spieler zwar die Möglichkeit, Dinge wie die perfekte Kurveneinfahrt, Kurvenlage usw. zu verfeinern, zeigen aber selbst nicht wirklich auf wie. Der „Biker“ ist hier auf sich gestellt bei der Herausforderung, die vorgegebene Zeit zu schlagen. Ansonsten macht die Karriere viel Spaß!

Als nächster Punkt im Hauptmenü finden sich dann die schnellen Modi. Dies beinhaltet: Schnelles Rennen, Zeitrennen, Drag Rennen. Wer keine Lust auf eine langwierige Karriere hat, wird sich hier ohne großes Vorspiel direkt auf die Strecke begeben können und entweder ein einfaches Rennen fahren, oder mit dem Motorrad seiner Wahl auf der gewählten Strecke Bestzeiten fahren.

Für alle die sich gerne mit anderen Motorradfreaks auf der ganzen Welt messen möchten, ist der Xbox Live Modus das Mittel der Wahl. Aufgeteilt in Spielersuche und Privat können Rennen mit anderen Bikern gefahren werden. Der Private Live Modus ist schnell erklärt. Ein Spieler und seine Xbox Live Freunde erstellen ihre eigenen Sitzungen und fahren im Freundeskreis gegeneinander. Bei der Spielersuche werden offene und geeignete Lobbys gesucht. Dies geschieht offensichtlich ganz nach dem Zufallsprinzip oder technischen Aspekten wie z.B. Latenzen zu den anderen Spielern oder ähnliches. Denn die Fahrer und ihre Fahrskills konnten unterschiedlicher kaum sein.

Während der Tests setzen sich meistens zwei bis drei Fahrer ganz weit vorne ab und der Rest kämpfte in einer eigenen Liga. Verbunden mit langen Ladezeiten für das Matchmaking und zwischen den Rennen, macht der Online-Multiplayer eine mittelmäßige Figur. Wobei die Tatsache, dass bei Ride 3 2-12 Spieler gegeneinander antreten können, schon viel Spaßpotenzial bietet. Gehostet werden die Online-Rennen nicht auf dedizierten Servern, sondern in einem Peer-to-Peer Netzwerk. Das bedeutet, dass die Sessions während der Tests auch gerne mal abbrachen, wenn der Host das Spiel verlies oder rausflog. Hier könnte Milestone noch nachbessern. Genauso wie bei der Tatsache, dass Ride 3 keinen Saison- oder Ligamodus bietet. Bei heutigen Rennspielen gehört dies eigentlich schon zum guten Ton, einen solchen Modus mitzubringen.

Nach dem Xbox Live Modus ist der letzte Spielmodus die wöchentliche Herausforderung. Hier stellt der Entwickler den Zweiradfahrer jede Woche vor eine neue Herausforderung, bei der er sich mit der Community messen kann. Die danach folgenden Menüpunkte sind Mein Rider und Meine Bikes. Hier können die eigene Spielfigur und Bikes angepasst werden. Der Rider ist zwar nicht sonderlich toll aufgelöst und dargestellt, aber es handelt sich um ein Rennspiel. Dafür reicht es alle mal aus. Gleiches gilt für die Auswahl an Individualisierungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Frisuren, Bärte oder Gesichter. Dafür ist der Umfang an Motorradbekleidung sehr groß. Eine Vielzahl an Herstellern steht dem Spieler, bei der Auswahl des Helms, der Lederkombi etc., zur Auswahl. Bei den Bikes sticht vor allem der Lackierungsmodus heraus. Er bietet eine große Menge an Individualisierungsmöglichkeiten für das eigene Zweirad.

Reiß den Gashebel auf!

Nachdem wir nun die Inhalte des Spiels erläutert hätten, geht es an die Frage, wie sich dieses Gesamtpaket macht. Die in Ride 3 verwendete Unreal Engine fühlt sich für ein Motorradrennspiel gut an. Die Motorräder lassen sich, nach einiger Zeit der Übung und Eingewöhnung, gut und präzise über die Strecken manövrieren. Hierbei ist es notwendig, einen guten Mix aus den beiden Bremsen, dem richtigen Einlenkzeitpunkt sowie dem gekonnten Spiel mit dem Gashebel zu finden. Wer dies meistert, wird viel Spaß beim Spiel haben.

Die insgesamt 230 Motorräder, die sich auf 30 verschiedene Hersteller aufteilen, bringen ihr teilweise doch sehr individuelles Fahrverhalten mit. Dies macht Spaß! In Verbindung mit den 30 Strecken, welche über die gesamte Welt verteilt sind, hat der Käufer von Ride 3 einige Kombinationen zur Auswahl, um sich so richtig auszutoben. Zu guter Letzt, lässt sich dann noch für die unterschiedlichen Motorradtypen die Fahrstile einstellen. Das soll heißen, es kann gewählt werden, ob die Spielfigur in der Kurve die Schulter kurz über den Boden hält, oder eher nach alter Schule aufrecht durch die Kurve fährt.

Optisch ist Ride 3 ein solides Rennspiel. Auf der technischen Seite gibt es nichts zu bemängeln. Während der Tests gab es keine Framerateinbrüche, Kantenflimmern oder Tearing. Das Spiel lief jederzeit flüssig. Schatten, Reflektionen und andere Aspekte, die eine hübsche Grafik ausmachen sind prinzipiell vorhanden. Jedoch bilden sie nur eine mittelmäßige Grafik. Verglichen mit anderen aktuellen Rennspielen, wie zum Beispiel Forza Horizon 4, kann Ride 3 leider nicht mithalten.

In Sachen Sound ist der Eindruck, den Ride 3 hinterlässt, okay. Die ausgewählte Musik im Menü klingt gut. Rockmusik ist eigentlich immer passend zu Rennspielen und auch hier ist sie es. Auf der Rennstrecke hingegen ist der Klang eher flach. Das bedeutet, die unterschiedlichen Motorräder dröhnen zwar schon ordentlich über die Piste, jedoch fehlt es an dem Detailreichtum, den jeder Motorradfahrer aus dem echten Leben kennt. Hier könnte der Hersteller definitiv noch nachlegen oder sich dies für den nächsten Titel hinter die Ohren schreiben. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Fazit

Ride 3 ist ein solides Motorradrennspiel, das auf der Rennstrecke fast alles richtig macht. Die große Auswahl an volllizenzierten Herstellern von Motorrädern, Helmen und Motorradbekleidung verschafft dem Spiel einen großen Pluspunkt. Die Lenkung der Bikes bedarf zwar einiger Eingewöhnung, ist dann aber auch durchaus intuitiv.

Lediglich bei der Optik, dem Sound und dem fehlenden Saison/Liga Modus könnte Milestone noch nachbessern. Wer Motorräder mag und Rennspiele ebenfalls, der macht mit Ride 3 nichts verkehrt.


Bewertung

Pro

  • 30 Strecken weltweit
  • Interessante Fakten während des Ladens
  • Gute Auswahl von Originalherstellern bei Bikes und Bekleidung

Contra

  • Lange Ladezeiten im Online- und Offlinemodus
  • Unausgeglichene Online-Lobbies
  • Tutorialmodus "Fahrschule" wirkt eher halbherzig

Grafik 6 von 10
6/10
Sound 6 von 10
6/10
Steuerung 7 von 10
7/10
Multiplayer 6 von 10
6/10
Umfang 8 von 10
8/10
Spielspaß 7 von 10
7/10
Gameplay 7 von 10
7/10
7

1 Kommentar

chief Mo, 31.12.2018, 09:06 Uhr

Hi, danke für das Review. Ich beobachte als Motorrad Fahrer die Serie schon länger. Habe mich aber bisher nicht getraut.
Hat sich denn im Vergleich zu Ride 2 etwas weiterentwickelt?

Gruß
chief