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Es ist wieder soweit und die nächste Blockbuster-Umsetzung erreicht uns mit Marvel's Avengers, das von den Machern damit beworben wird, dass es eine kinoreife Story und Koop-Gameplay kombiniert. Wir sind zwar nicht wütend geworden, aber haben uns trotzdem den Hulk gegeben, um für euch herauszufinden, was das Spiel taugt.

Alles Kamala oder was?

Das Story-Setting ist nicht so wahnsinnig originell. Während einer Avenger's Ausstellung zum neuen Reaktor, gibt es einen terroristischen Anschlag, den die Avengers nicht stoppen können. Natürlich wird den Avengers die Schuld in die Schuhe geschoben und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Was zunächst einmal recht abgedroschen klingt, ist im Endeffekt aber gar nicht so schlecht umgesetzt. Der Grund dafür ist die unscheinbare junge Heldin Kamala. Sie ist erstaunlicherweise die Hauptfigur, die den Spieler durch die Kampagne führt.

Ihre witzigen Einwände und der erfrischend jugendliche Charakter bringt der müden Helden-Truppe frischen Wind. Man lernt nicht nur Stück für Stück neue Fähigkeiten der Ms. Marvel kennen, sondern erlebt ihre Entwicklung im Spiel mit. Dieser Aspekt rettet die sonst eher mäßige Story und ja, es macht Spaß zu sehen, wie sie den mürrischen Avenger's Helden auf die Sprünge hilft.

Jetzt aber mal zur Action

Genug über die Story geredet. Wie spielt es sich denn nun? Ich habe mich persönlich gefragt, wie man so unterschiedliche Helden in ein und das gleiche Kampfsystem packen will, ohne das es zu konfus für den Spieler wird.

Nun, die Entwickler haben das Problem gelöst. Teilweise sogar zu gut. Alle Helden spielen sich mit der Ausnahme von Iron Mans Flugkünsten relativ gleich. Es gibt bei allen die gleichen Kampf-Patterns und es loht sich kaum, sich intensiver mit den Fähigkeiten zu beschäftigen. Sprung, starke Attacke, schnelle leichte Attacken hinterher und dann und wann mal die Heldenfähigkeit auslösen und voilà - fertig ist man mit dem Kampf.

Es gibt allerdings eine Ausnahme. Das sind die Bosskämpfe. Erstaunlicherweise kommt man spätestens bei Hulks Kampf mit dem ersten richtigen Boss nicht mit Button-Mashing weiter. Man muss geschickt die Umgebungen nutzen und seine Angriffe sowie Spezialattacken dementsprechend timen. Zusätzlich dazu gilt es auszuweichen und seine Willensenergie hochzuhalten. Diese wird für stärkere Angriffe benötigt.

In der recht kurzweiligen Kampagne spielt sich das Kämpfen ansonsten zwar nicht besonders anspruchsvoll, aber es macht schon Spaß alles klein zuhauen.

Hin und wieder gibt es auch mal leichte Rätselpassagen und Sprungeinlagen, die vor allem mit Kamala eine nette Abwechslung bieten. Sie befindet sich halt gerade in der Findungsphase und ist eben noch keine ausgewachsene Heldin.

Probleme beim Endspiel und beim Multiplayer

Prinzipiell machen Missionen ja zu mehreren auch mehr Spaß. Allerdings ist das Matchmaking nicht so dolle und man wartet teilweise mehrere Minuten auf die Mitstreiter. Besser läuft es wenn man sich mit bestehenden Freunden verabredet.

Aber auch hier ist nicht alles Gold was glänzt. Es gibt keine gut teamgeführten Missionen. Das bedeutet, dass meist jeder so für sich alles klein haut und ein wirklich gutes Zusammenarbeiten quasi nie gefördert wird.

Die Missionen selbst sind aber der Hauptbestandteil des Endspiels. Sie sind aber meist recht simpel gehalten und nach einer Weile doch recht dröge. Es fehlt die Abwechslung. Dadurch wird es schon sehr schnell sehr repetitiv.

Schwaches Lootsystem

Es gibt wie für das Endspiel solcher Spiele üblich, ein Lootsystem. Von Armschienen bis zu Körperpanzern, gibt es diverse Ausrüstungsteile, die jeden Helden verbessern. Hierbei gibt es jedoch gleich zwei Probleme.

Das erste Problem ist, dass es nie einen richtigen Sprung für ein besseres Ausrüstungsteil gibt. Man verbessert sich zwar den Powerwert und dadurch wird der Held natürlich mächtiger aber es ist im Spiel kaum fühlbar. Weil die Schritte zu klein sind. Dadurch freut man sich nach einer Weile nicht mehr wirklich über besseres Loot.

Darüber hinaus, gibt es keine optische Veränderung, wenn man ein neues Ausrüstungsteil anzieht. Die sind alle unsichtbar. Das ist natürlich ebenfalls doof, da man ja gerne das neue Teil auch an dem Helden sehen möchte.

Fazit

The Avengers sieht klasse aus und spielt sich sehr flüssig. Die Kampagne macht Laune und bringt durch Kamala trotz der recht mäßigen Story einen frischen Wind ins Genre. Gerade ihre schnippischen Kommentare gegenüber den alteingesessen Avengers, zaubern so manches Grinsen ins Gesicht.

Das Kampfsystem selbst ist simpel aber effektiv. Teilweise jedoch zu effektiv, da sich jeder hält mit Ausnahme von Iron Man quasi gleich steuert. Button-Mashing gegen Gegnerhorden ist kein Problem. Einzig die Bosskämpfe erfordern mehr taktisches Vorgehen.

Problematisch wird es bei dem Spiel im Endgame. Hier kommen die Missionen zu tragen, die aufgrund ihrer einfachen Struktur schnell repetitiv und dröge werden. Hinzu kommt das schwache Lootsystem, denn Items bringen kaum Veränderung und werden optisch nicht am Helden angezeigt. Das man kosmetische Items mit InGame-Währung und echtem Geld kaufen kann, macht es dann nicht besser.

Insgesamt aber ein gefälliges Spiel, welches sich für Fans zumindest für das Durchspielen der rund 10 Stunden langen Kampagne lohnen kann. Wem das für den Vollpreis zu wenig ist, wartet einfach ein bisschen bis zum nächsten Sale.


Bewertung

Pro

  • Schicke Grafik
  • Kamala bringt frischen Wind ins Genre
  • Flüssige Action
  • Kampagne macht Spaß

Contra

  • Schwaches Endspiel
  • Lootsystem motiviert nicht
  • Missionen sind schnell langweilig

Grafik (Xbox One X) 8 von 10
8/10
Sound 8 von 10
8/10
Gameplay 7 von 10
7/10
Spielspaß 7 von 10
7/10
Umfang 7 von 10
7/10
Mutliplayer 6 von 10
6/10
7

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