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Lange haben wir auf Crackdown 3 gewartet. Microsofts Exklusivtitel ist seit 2015 in Entwicklung gewesen und musste einige Male verschoben werden und auch das Entwicklerstudio wurde währenddessen gewechselt. In unserem Testbericht zu Crackdown 3 sagen wir euch, was der Titel hergibt und ob sich die lange Entwicklung-Odyssee gelohnt hat.

Was lange währt, wird gut

Mit dieser langen Entwicklungszeit hat sicher nicht mal Microsoft selbst gerechnet. Vor rund vier Jahren wurde Crackdown 3 erstmals angekündigt. Was danach folgte, war einfach nur ein langwieriger Entwicklungsprozess, den man dem Spiel auch ansieht. Allerdings nicht im positiven Sinne. Negativ fällt schon mal die Grafik auf. Nicht nur technisch, sondern auch von der Usability. Das Spiel hat von Microsoft total viele Badges bekommen mit Titeln wie 4K Ultra HD, HDR, Optimiert für Xbox One X und so weiter. Das mag ja auch alles stimmen. Fakt ist jedoch auch, dass das Spiel auf der Xbox One X keine 60 fps schafft und der Grafikstil auch nicht so viel hergibt, dass es sich damit lohnen würde, mit 4K Ultra HD zu werben. Auf dem PC hingegen werden die 60 fps konstant gehalten.

Im späteren Spielverlauf fällt auch auf, dass Spielen fast unmöglich ist, wenn es anfängt, bei Crackdown Nacht zu werden. Es gibt so unheimlich wenige Lichtquellen, so dass es unübersichtlich wird und ihr am Ende gar nicht mehr wisst, wo ihr eigentlich hin springt. Und gefühlt ist irgendwie andauernd Nacht. Zwar ist die Welt am Tag sehr farbenfroh, allerdings auch sehr repetitiv, was wiederum das Orientieren im Spiel schwer macht und für wenig Abwechslung sorgt.

Actiongeladenes Gameplay

Beworben wurde das Spiel auch mit einem actiongeladenen Gameplay, was auch durchaus eingehalten wurde. Wer also auf unkontrolliertes Rumballern steht und alles vernichten will, was ihm in den Weg kommt, der ist hier definitiv richtig. Alle anderen, die sich etwas Taktik oder Sinn wünschen, die werden eher frustriert. Zwar macht das Gameplay am Anfang relativ viel Spaß und man kann wirklich auf alles ballern, was einem vor die Linse kommt, auf Dauer besteht das Spiel jedoch nur aus diesem Feature. Denn je mehr ihr abschießt, desto höher steigt eure Punkteleiste. Damit steigern sich eure Fähigkeiten

Zusätzlich dazu gibt es in der gesamten Welt noch sogenannte Orbs, die ebenfalls für mehr Skillpunkte sorgen. Skills for Kills ist übrigens auch das Motto des Spiels. Das hat den Vorteil, dass ihr euren Charakter im Laufe der Zeit upgraden könnt. Am Anfang sind noch ziemlich kleine Sprünge möglich, später, mit genügend Orbs könnt ihr weiter und länger springen und bekommt auch noch einen Jetpack, der euch zusätzlich unterstützt beim Springen. 

Das wiederum ermöglicht uns einfach, über die gesamte Map zu springen. Was den Vorteil hat, dass wir Gegnern leicht entwischen können, wenn zu viele davon an einem Ort sind. Die sind nämlich in Grüppchen erst gefährlich für uns, einzeln sind sie ruck zuck erledigt. Solltet ihr also einmal Bedenken haben oder kurz vor einem K.O. stehen, einfach einen Sprung wagen und die Düsen einschalten und weg seid ihr. Ist zwar relativ stumpf, aber klappt.

Wer übrigens nicht auf Terry "Jaxon" Crews steht, dem steht auch frei, aus fünf weiteren Charakteren zu wählen, bevor man sich in die Solo Kampagne stürzt. 

Gibt es eine Story?

Irgendwie schon. In der fiktiven Stadt New Providence hat eine Terrorzelle namens Terra Nova das Sagen. Unsere Aufgabe ist es, alle Schergen dieser Organisation auszulöschen. Denn die Welt ist in Gefahr, sie steht kurz vor einem Blackout. Terra Nova verfügt nämlich über eine Ressource, die Menschen und Technik gefährlich werden kann. Eine Art Krypton... grünes Erz. Wir müssen die gesamte Infrastruktur vernichten! Wenn wir das tun, kommen nach und nach alle alle Anführer aus ihrem Loch, um uns persönlich auszulöschen. 

Wrecking Zone

Der Multiplayer in Crackdown 3 ist sehr solide und auch eine gute Abwechslung zu der Kampagne. Es ist zwar nicht weniger chaotisch, aber gerade das macht hier den Reiz aus. Eure Gegner sind deutlich rot markiert, was das Auffinden dieser nicht schwer macht. Gespielt wird in einem Team von jeweils fünf Spielern, die in einer vorgegebenen Zeit so viel zerstören müssen wie möglich. Sind Gegner getötet, sammelt ihr deren Marke ein und kassiert den Punkt für euer Team, ähnlich wie Team Deathmatch aus Call of Duty. Dann gibt es noch Territories, was King of the Hill ähnelt. 

Im Multiplayer wurde die cloudbasierte Berechnungen für physikalisch korrekte Zerstörungsorgien verwendet. Microsoft hat dafür ihre eigene Cloud-Computing-Technologie Azure verwendet. Leider merkt man davon während des Gameplays recht wenig, weil einem einfach viel zu viel um die Ohren fliegt und alles sehr hektisch wirkt.

Fazit

Ich sag's mal so: Da das Spiel im Xbox Game Pass enthalten ist und dieser gerade immer noch für 1 Euro angeboten wird, habt ihr nicht viel zu verlieren und könnt selbst testen, ob das Spiel was für euch ist. Insgesamt macht es jedoch den Eindruck, als ob das Spiel seit der Ankündigung 2014 nicht viel weiter voran gekommen ist. Es gibt zwar eine mehr oder weniger nachvollziehbare Story und super viel Action, die durchaus einige Stunden Spaß macht, mehr aber auch nicht. 

Das Spiel ist besonders nachts sehr unübersichtlich. Ihr könnt theoretisch sinnfrei auf alles schießen, was sich bewegt und dank der Open World an alle Orte reisen, wo ihr denkt: Neee, Moment, das Spiel hat sicher nicht vorgesehen, dass ich mich hierher bewege ... und dann findet ihr an genau dieser Stelle Items. Irgendwie witzig, aber irgendwie auch merkwürdig.

Es wirkt ein bisschen so, als ob Microsoft gedacht hätte: Ach komm, wir können es nicht noch einmal verschieben, veröffentlichen wir es jetzt einfach und packen es in den Xbox Game Pass, wird schon klappen. 


Bewertung

Pro

  • viel Action
  • stellenweise witzig

Contra

  • nachts sehr unübersichtlich
  • Welt leider repetitiv
  • generell wenig Abwechslung
  • Grafik eher mäßig

Grafik 6 von 10
6/10
Sound 7 von 10
7/10
Gameplay 6 von 10
6/10
Umfang 7 von 10
7/10
Story 6 von 10
6/10
Abwechslung 5 von 10
5/10
Multiplayer 7 von 10
7/10
6

4 Kommentare

XBU Philippe Do, 14.03.2019, 09:37 Uhr

Das Hauptproblem ist doch auch: Es ist einfach nichts Besonderes oder Neues. Jeder Gameplay-Aspekt wurde von einer Vielzahl von anderen Spielen bereits abgedeckt. Saints Row, Prototype, R.A.G.E., GTA, Sunset Overdrive, Overwatch, Just Cause, usw.

Es bietet einfach nicht ein einziges Spielelement, das etwas Neues darstellt. Deswegen auch furchtbar langweilig. Schon hundert Mal gesehen. Keinen nennenswerte Story, kein nennenswertes Gameplay und keine nennenswerte Grafik. So langweilig sollte natürlich ein Exklusivspiel nicht sein.

Der letzte Satz im Fazit stimmt einfach. Das ist auch mein Eindruck und so wird es wohl auch gewesen sein. Wenn man bedenkt, wie viele Exklusivflops Microsoft in den letzten Jahren rausbrachte oder gar abgebrochen hatte (z.B. Scalebound), ist Crackdown 3 ja schon fast ein Wunderwerk...

TheGreenChris Di, 12.03.2019, 13:52 Uhr

Zitat Zitat von XBU Buttercup Beitrag anzeigen
Das traurige an der Sache ist ja leider halt, man merkt nix davon und dann interessiert's auch keinen.
Na ja, das was sie mal vorhatten ist ja auch nicht im Ansatz im Spiel gelandet. Technisch ist es nicht zuverlässig möglich anscheinend, weshalb der Multiplayer mit seiner Zerstörung oft einem Low Budget B-Movie Flair versprüht und im Single Player kam noch dazu, dass sie nicht wussten wie sie dieses tolle Feature sinnvoll ins Spiel/Gameplay integrieren. Also haben sie es lieber ganz weg gelassen ...

XBU Buttercup Di, 12.03.2019, 09:51 Uhr

Das traurige an der Sache ist ja leider halt, man merkt nix davon und dann interessiert's auch keinen.

XBU ringdrossel Di, 12.03.2019, 08:15 Uhr

Schön geschrieben, Paula. Ich denke Crackdown 3 war schon vor ein paar Jahren nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Zudem wurde der Darsteller Terry Crews (ua. bekannt aus Brooklyn 99) komplett verheizt. Das Gameplay ist perfide gesagt langweilig. Zumindest kam bei mir schon vor zwei Jahren beim Anspielen auf der Gamescom das große Gähnen auf. Ich glaube einfach sie haben sich zu sehr auf den Tech-Aspekt der Cloud-Berechnung bestimmter Ereignisse fokussiert. Was letztlich auch für die lange Entwicklungszeit gesorgt hat.