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Ein Prügelspiel à la Super Smas Bros. auf der Xbox One gefällig? Brawlout soll genau das sein. Die bis zu vier Spieler gleichzeitige Action kann für ganz schönes Chaos sorgen. Lest in unserem Testbericht, warum Brawlout aber schlussendlich nicht überzeugen kann.

Vater im Geiste

Die Ähnlichkeit zum bekannten „Super Smash Bros.“ von Nintendo ist unverkennbar… Brawlout bietet ein kleines Roster an Kämpfern, lässt Spieler ähnlich wie in SSB auf Plattformen gegeneinander antreten: Entweder alle gegen alle oder in Teams. Auch das Gesamtgameplay erinnert unglaublich an SSB: Charaktere haben Spezialangriffe, man kann ausweichen, und das Ziel ist es, die Gegner mit genügend „Prozent“ zu schädigen, damit sie immer leichter fliegen. Hier ist das Spielprinzip genau gleich: Einen Gegner ausschalten bedeutet ihn mit großer Wucht aus dem Bildschirm zu schlagen – und zwar so, dass dieser sich nicht mehr auf die sichere Plattform retten kann.

Lasst uns Brawlout spielen! - Youtube.com

Nahezu jedes Kernelement aus Super Smash Bros. wurde übernommen, sodass sich Kenner dieses Spiels sofort „zuhause“ fühlen.

Es ist kein Gold, was da glänzt…

Nach außen hin wirkt Brawlout ganz ordentlich. Der Grafikstil ist bunt und ansprechend und die Soundkulisse voller Action. Doch blickt man etwas tiefer ins Gameplay (schaut euch dazu unser Let’s Play an), so merkt man, dass es dann doch nicht die Klasse hat, die man sich erhofft.

Das erste Problem ist schon mal, dass im 4er-KoOp das Spiel sehr schnell unübersichtlich wird. Das liegt hauptsächlich an den zu einfachen Animationen. Es mag eine Entwicklerentscheidung sein, nicht alles übertreiben zu wollen, aber die Kampfanimationen aller Charaktere sind zu zurückhaltend und einfach, sodass sie sich alle gleichen und man schnell seinen Charakter aus den Augen verliert. Der Inspirationsgeber Super Smash Bros. trupft hingegen mit bunten lautstarken Angriffen und Charakteren mit komplett unterschiedlichen Größen auf, sodass im Regelfall jeder seinen Charakter auf noch so großen und unübersichtlichen Maps wiedererkennt.

Und ja, wenn man ein Spiel entwickelt, das sich ganz wie Super Smash Bros. anfühlt, dann muss man auch damit leben, dass alle Kritik im Vergleich zu diesen Titeln kommt. Allein das erste SSB (damals für den Nintendo 64) bot Charaktere an, die sich mehr unterschieden haben und hatte viele weitere Gameplayelemente, die in Brawlout komplett fehlen. Wo sind benutzbare Items, wo sind wirklich kreative Maps, wo ist ein „Story“-Modus mit Bonusleveln und Special Stages?

Ein Krampf

Man mag einwenden, dass die Charakterauswahl recht ansehnlich ist. Schließlich hat man inkl. drei Gaststars (Yooka-Laylee, Hyper Light Drifter und Juan Aguacate aus Guacamelee) 24 spielbare Charaktere. Davon müssen aber satte 15 (!) erst freigeschaltet werden und jene sind lediglich leichte Variationen der originalen Hauptcharaktere (!!). Und sowieso sind die anthropomorphen Kämpfer einfach nicht einfallsreich genug, als dass sie einem wirklich im Gedächtnis hängen bleiben.

Letzlich kann Brawlout auch gerade im Kerngameplay nicht überzeugen, auch wenn es sicherlich stellenweise Spaß macht und lokal im Couch-Gameplay unterhaltsam ist. Es fehlt aber zu viel, die Charaktere wirken alle gleich, die Maps ähnlich und das Gameplay ist nicht so ausgeklügelt und komplex, wie das der Konkurrenz, SSB. Hinzu kommt, dass der Singplayer-Arcademodus einen unglaublich hohen Schwierigkeitsgrad hat und man furchtbar viel grinden muss, um alles freizuschalten. Multiplayer online gefällig? Hier geht es nur im 1 gegen 1. Denn Ranglistenspiele mit mehreren Gegnern sind erst möglich, wenn man mit 4 Charakteren Level 3 erreicht hat. Nach einer Stunde spielen hatte ich mit Yooka-Laylee Level 3 erreicht, aber das war’s. Also über vier Stunden Singleplayer spielen, damit man endlich online mit mehreren Spielern Rangliste spielen kann? Das wirkt leicht übertrieben.

Fazit

Brawlout kommt zu keinem Moment an seinen Konkurrenten und klare Inspirationsquelle, Super Smash Bros., heran. Zwar kann es zwischenzeitlich Spaß machen, zu viert im Couch-Multiplayer für Chaos und Action zu sorgen, aber der Funke will letztlich nicht überspringen. Das liegt vor allen Dingen am Kern-Gameplay, welches einfach nicht komplex, eigenständig und interessant genug ist, um punkten zu können. Schnell werden die Kämpfe langweilig, die Charaktere uninteressant und man sehnt sich nach Abwechslung.

Wer einfach nur eine nette Runde zwischendurch kämpfen und Frust ablassen möchte, der mag sicherlich mit Brawlout nicht falsch liegen, wer aber schon einmal Super Smash Bros. gespielt hat, wird Brawlout angewidert links liegen lassen.


Bewertung

Pro

  • Bunter Grafikstil
  • Soundeffekte voller Action
  • Gameplay ausgeglichen
  • Zu viert sehr unterhaltsam

Contra

  • Charakteranimationen zu banal
  • Kämpferauswahl zu klein und langweilig
  • Gameplay nicht komplex genug
  • Schnell repetitiv
  • Nur vier Spieler im Multiplayer

Grafik 7 von 10
7/10
Sound 8 von 10
8/10
Gameplay 5 von 10
5/10
Schwierigkeitsgrad 6 von 10
6/10
Umfang 4 von 10
4/10
Multiplayer 7 von 10
7/10
6

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