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Mit der Mass Effect Legendary Edition kehrt die beliebte Rollenspielreihe zurück. Als Remaster soll nun die Trilogie rund um Commander Sheppard und seinen harten Kampf gegen übermächtige Wesen in der Galaxy erneut aufleben lassen. Ob das den Entwicklern gelingt und wie uns die Spiele im neuen Gewandt gefallen haben, erfahrt ihr in unserem Test. Wir konzentrieren uns hierbei nicht so sehr auf die Inhalte der einzelnen Teile, denn die haben sich seit dem Original nicht geändert, sondern auf die effektiven Verbesserungen der neuen Edition.

Fühlt sich an wie nach Hause kommen

Wer die damalige Trilogie 2007 mit dem ersten Teil angefangen hat, wird sich schnell wieder einfühlen. Es ist die exakt gleiche Story mit den exakt gleichen Entscheidungspfaden wie zuvor. Die Entwickler haben also nichts verschlimmbessert. Im Gegenteil.

Behutsam wurden Texturen und Umgebungseffekte aufgehübscht und man kann sich nun sogar an HDR-Effekten erfreuen. Dadurch hat die Grafik einen ordentlichen Bumms bekommen. Ich war selbst überrascht, wie sehr sich das auswirkt. Man sieht dies stark an Landschaftsumgebungen aber auch im Raumschiff oder an den Figuren selbst.

Da Mass Effect ein sehr storylastiges RPG ist, gibt es viele Cut-Scenes und Close-Ups. Gerade hier lassen sich die Änderungen sehr deutlich sehen. Die Gesichter sind detailliert und die Haut der Figuren wirkt deutlich realistischer.

Feine aber sinnvolle Korrekturen

Doch die Entwickler haben nicht nur die Texturmodelle verbessert, auch am Gameplay wurde vorsichtig gefeilt. Dies ist ein Punkt, der besonders hervorzuheben ist. Wie oft gab es schon diverse Remaster, die einfach nur neue Texturen mehr schlecht als recht draufgeklatscht haben und sonst keine Verbesserungen umsetzen ließen?

Das ist hier jedoch anders. Man hat sich darauf konzentriert, die Elemente zu optimieren, die von der Community vorher bemängelt wurden. Besonders stark merkt man einige davon schon im ersten Teil.

Der Mako, das ist das Fahrzeug mit dem man Planeten erkundet, steuert sich nun viel besser durch die hin und wieder herausfordernde Landschaft. Vorher war das schon echt ein Krampf. Da der Planetenerkundungsteil einen wesentlichen Raum im ersten Spiel einnimmt, fällt dieser Punkt angenehm auf. Wer sich wundert wie es früher war, kann die Einstellungen auch auf das Original-Feeling zurücksetzen.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist das Kampfsystem. Hier spielte sich das Kämpfen vor allem im ersten Teil etwas hakeliger und taktischer. Das wurde nun an den zweiten Teil angepasst. Das bedeutet, dass man nun wesentlich flüssiger Fähigkeiten wählen und auslösen kann. Doch auch das Gunplay fühlt sich besser an.

Darüber hinaus wurde am Radar gearbeitet. Das ist jetzt angenehmer zu lesen. Und die Minimap hilft jetzt ebenfalls auf der Planetenoberfläche besser weiter, um sich darauf zurechtzufinden. Desweiteren wurde das Skillsystem sinnvoll überarbeitet. Damit man nicht hoffnungslos den Gegnern davon levellt, gibt es jetzt in der Default-Einstellung eine gute Skalierungsmöglichkeit mit 30 anstatt 50 Leveln. Dadurch fühlt sich der Schwierigkeitsgrad konsistenter an.

Wo die Grenzen der Neuauflage liegen

Ist es jetzt die perfekte Neuauflage? Nein, weil man dafür das Spiel wirklich hätte neu aufsetzen müssen. Also ein komplettes Remake, ähnlich wie man es mit Resident Evil 1-3 gemacht hat. Da das aber offenkundig viel mehr Aufwand für Bioware bedeutet hätte, hat man jetzt ein Remaster herausgebracht.

Man hat also nicht grafische Qualität aktueller Spiele erreicht. Auch beim Gameplay gibt es immer noch Punkte, die fummeliger auffallen als es bei modernen Titeln dieser Art der Fall ist. Was bedeutet das genau? Das Game-Design orientiert sich  an die Power der Konsolen, die damals zur Verfügung standen. Das heißt, man hat vor allem im ersten Teil viele Innenareale, die sehr gleich ausschauen. Vor allem die unterschiedlichen Basisstationen auf den Planeten sind teilweise komplett baugleich. Das wird mit den nächsten Teilen zwar besser aber dafür sind die Areale dennoch weiterhin relativ klein. Es fühlt sich also im Gegensatz zu aktuellen Spielen räumlich etwas beschränkter an.

Wer die Trilogie also zum ersten Mal spielt, sollte im Hinterkopf haben, dass diese für die Zielgeneration Xbox 360 / PS3 designt wurden. Das Design wurde auch im Remaster 1:1 übertragen. Das muss nichts Schlechtes sein. Wer ein Veteran der Reihe ist, wird damit kein Problem haben. Im Gegenteil. Aber als neuer Spieler der Reihe ist dies schon ein wichtiger Punkt.

Darüber hinaus wurde die Steuerung zwar insgesamt verbessert, aber so richtig flüssig ist es immer noch nicht. Dafür hätte man wahrscheinlich zu tief in den Code eingreifen müssen. Aber dennoch kann man jetzt die Teile sehr actionlastig spielen.

Für wen eignet sich die Trilogie?

Zum einen natürlich für alle Spieler, die schon die Originale gerne gespielt haben. Ich selbst habe damals damit 300 Spielstunden verbracht und habe dennoch einen Heidenspaß mit der Neuauflage.

Zum anderen für alle Fans von guten Rollenspielen. Vor allem für diejenigen, die mehr als Pew Pew Pew wollen. Bioware war der erste Entwickler, der Dialogbäume und Entscheidungen so eingebaut hat, dass sie massive Auswirkungen auf den Spielverlauf haben. Wer beispielsweise gerne Hardliner spielt, kann dadurch ein Truppenmitglied verlieren, der dann sogar den Storyverlauf im nächsten Teil ändert.

Wer sollte besser Abstand nehmen? Alle Spieler, die nur mal eben schnelle Action wollen und keine Lust auf eine tiefgreifende Story haben.

Fazit

Da sind wir wieder. Commander Sheppard meldet sich zum Dienst. Es hat viele Jahre gedauert, bis Bioware den Fanwünschen nachgegeben und ein Remaster zur Trilogie herausgebracht hat. Aber es hat sich gelohnt.

Die Grafik wurde sehr schön verbessert und man sieht allen Charaktermodellen oder auch den Landschaften deutliche Verbesserungen an. Hinzu kommen die ebenfalls schicken Lichteffekte dank HDR. Optisch ist der Titel für ein reines Remaster eine echte Überraschung.

Das Gameplay-Tuning wurde sehr behutsam vorgenommen, sodass nichts von dem alten Spielgefühl verloren ging. Besonders die Verbesserung des Fahrzeugs als auch die Kämpfe fühlen sich besonders gut an.

Wer an sich gerne Rollenspiele im Sci-Fi-Setting spielt und die Trilogie noch nicht kennt, kann beherzt zugreifen. Aber auch alle Veteranen der Reihe werde ihre helle Freude an Neuauflage haben.


Bewertung

Pro

  • Spannende Story
  • Tolle Charaktere
  • Verbesserte Texturen und HDR-Effekte
  • Vielfältiges Charaktersystem
  • Charaktereditior

Contra

  • Gameplay orientiert sich an der Leistung der alten Konsolen
  • Areale für heutige Verhältnisse etwas klein

Grafik 8 von 10
8/10
Sound 8 von 10
8/10
Gameplay 8 von 10
8/10
Story / Kampagne 9 von 10
9/10
Spielspaß 8 von 10
8/10
Umfang (Preis/Leistung) 8 von 10
8/10
XBU-Silver-Award
8

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