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    NEUZUGANG SORIN

    Der Schöngeist mit dem Eisenfuß
    Der neue Top-Verdiener soll heute Dreijahresvertrag unterschreiben

    SVEN TÖLLNER

    Der Transfer-Coup des Spätsommers steht unmittelbar bevor. Ab heute soll der Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft ein Hamburger sein. Juan Pablo Sorin unterschreibt einen Vertrag über drei Jahre und ist ab sofort der Hoffnungsträger des in den vergangenen paar Wochen arg gebeutelten HSV.

    Am Montagabend hatte der Aufsichtsrat grünes Licht für den spektakulären Deal gegeben. Sorin wird beim HSV 2,7 Millionen Euro pro Jahr verdienen, sein Ex-Klub Villareal erhält drei Millionen Euro für den Argentinier. Der geht nach atmosphärischen Störungen mit Coach Manuel Pellegrini und seinem Landsmann Juan Riquelme zwar im Streit, einigte sich mit den spanischen Klubbossen aber dennoch auf eine Abfindungszahlung. So wird er in der Summe zwar nicht ganz auf sein bisheriges Gehalt in Villareal (1,8 Mio. Euro netto) kommen, trotz geringer Einbußen aber dennoch zum Top-Verdiener im Kader der Hamburger aufsteigen.

    Der 30-jährige Links-Allrounder soll den Kader nicht nur spielerisch aufwerten, sondern vor allem auch seine Erfahrung (76 Länderspiele) in den Entwicklungsprozess der jungen Truppe einbringen. Zudem gilt Sorin auf dem Fußballplatz als "Dreckskerl", der dazwischenfegt, sich nichts gefallen lässt. Seit Barbarez und Boulahrouz den Verein verlassen haben, herrscht auch auf diesem Sektor ein immenses Vakuum.

    Im Privatleben hingegen hat der "Eisenfuß" sein Image als Schöngeist kultiviert. In seiner Familie tummeln sich Musiker und Schriftsteller. Sorin selbst hatte zu Beginn seiner Karriere eine eigene Radioshow in Buenos Aires, sparte bei der Sendung auch kulturelle und politische Themen nicht aus. Im vergangenen Jahr hat Sorin gemeinsam mit seiner Frau zudem einen Sammelband mit Erzählungen verschiedener Autoren herausgebracht, dessen Erlös wohltätigen Einrichtungen für Kinder zugute kommt.

    Beim HSV geht man davon aus, dass der Wandervogel schnell heimisch wird. Nachdem die finanziellen Rahmenbedingungen geklärt waren, erkundigte sich Sorin nach den kulturellen Vorzügen der Stadt, wollte genau wissen, welche und wie viele Museen es in Hamburg gibt. Von den Reizen der Alster (Argentinien wohnte im Interconti) und der AOL Arena (beim Kick gegen die Elfenbeinküste) hatte er sich schon während der WM mit eigenen Augen überzeugt - und war begeistert.

    (MOPO vom 30.08.2006 / SEITE 34-35)

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