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Losrollen, erstellen und zerstören: Das ist das Motto beim ganz speziellen Rock of Ages 3. Wir haben uns in die seltsam witzige Geschichte gewagt, sind losgerollt und sagen euch, warum das Spiel öfters mal frustrierend, denn motivierend ist.

Eine witzige Geschichte… bis das Gameplay beginnt.

Die Entwickler verstehen Spaß, soviel ist klar. Wer sich unser Let’s Play anschaut, sieht, wie die Story beginnt: Aberwitzige Geschichtsinterpretation der griechischen Sagen, gepaart mit Absurdität und Anachronismen. Doch der Witz ist schnell verschwunden, wenn das chaotische Gameplay beginnt. Hier ist es, wo sich Absurdität, Konzentration und Frust die Klinke in die Hand drücken. Es beginnt ganz einfach: Steuert diesen runden Felsen, der allem Anschein nach von Sisyphos abstammt, den Berg hinunter und zerstört das Tor eures Gegners. Man ist natürlich sofort dazu verleitet, die volle Power des Felsen zu nutzen und rollt mit voller Geschwindigkeit drauf los. Nur leider lässt sich der Klotz nun immer schlechter steuern und wirklich bremsen kann man auch nicht. Schon landet man im Abgrund und startet erneut.

Man merkt schnell: Das Spiel ist auf kurzen Spaß ausgelegt, immer wieder kurz ein Spielchen zocken und dann den Controller wieder niederlegen. Denn das Gameplay ist so speziell und wirkt aufgrund von Zufallsfaktoren und teils nötiger absurder Präzision, dass man das nicht mehr als eine Stunde am Stück aushält – wir jedenfalls nicht.

Glück und Frust in Abwechslung

So ist das Steuern der Felskugel erstaunlich delikat, dafür, dass es so massig und klobig wirkt. Hat man das Tutorial bis überstanden, kann man in verschiedene Challenges hineinschauen. Der klassische Rollmodus kann dabei mit Glücksmomenten punkten, frustriert aber genauso schnell. Denn die Talfahrt wird mehr und mehr zum wahren Hindernisparcours: Große Bullen lassen einen im Boden feststecken, Ballisten beschießen euch ununterbrochen, Gebäude bremsen euch und fiese Sprünge verlangen Präzision. Runde um Runde wird es schwieriger, denn es gesellen sich immer mehr Hindernisse hinzu.

Schnell kann das Spiel mit einigen Tücken frustrieren. Denn die Kurven verlangen äußerste Präzision, wenn ihr die Strecke zum ersten Mal hinunterrollt, ist es schier unmöglich, einen perfekten Run hinzulegen. Fällt man hinunter, kann das Spawn-System nerven: Manchmal darf man sofort wieder an der Unglücksstelle starten, mal wird man unglaublich weit zurückgesetzt oder man wird sofort an den Fuß einer Rampe gesetzt, bei der man erst mal wieder zurückrollen muss, um den nötigen Schwung für den Sprung zu haben.

Glücksmomente sind die, wenn man eine schier unmögliche Passage durch Skill und Glück geschafft hat. Das fühlt sich richtig toll an. Frustrierend wird es dann aber wieder, wenn eine falsche Bewegung zu einer Kette von Rückschlägen führt, man dadurch enorm viel Zeit verliert und man seinen Run einfach vergessen kann. Wenn man sich dann bei dem Wettrennen gegen die Zeit anschaut, was für eine Zeit man für Silber braucht, wirkt es schon fast unmöglich – man muss riskante Abkürzungen fahren und jeder Run muss perfekt sitzen – und Gold wirkt wie eine aberwitzig erfundene Zahl, die kein noch so großer griechischer Gott erreichen kann.

Taktisches Bauen und Erstellen

Rock of Ages 3 bietet verschiedene Gameplayvarianten, die ein wenig Abwechslung in dem stets kurzweiligen Runs bieten. So gibt es einen Tower-Defense-Modus, bei dem ihr eure Strecke mit Hindernissen vollsetzt, den rollenden, gegnerischen Felsen aufhalten müsst, gleichzeitig aber auch selbst losrollt und versucht das Tor des Gegners kaputt zu bekommen. Auch Zeitrennen oder ein direktes Gegeneinander sorgen für Spannung.

Letztlich versucht man auch mit dem „Make“-Modus zu punkten, bei dem ihr eure eigenen, fiesen Strecken bauen könnt, die ihr mit der Community teilen könnte. Der Editor ist grandios, bietet euch eine unglaubliche Vielzahl an Möglichkeiten, eure Strecke zu bauen. Zwar ist die Steuerung nicht immer ganz so einfach, aber es reicht, um auf der Konsole (mit viel Geduld) eine coole Strecke zu bauen. Das ist toll, kann aber dennoch den Dauerspaß nicht zwingend erhöhen, da das Gameplay gleichbleibt.

Fazit

Rock of Ages 3 bietet sehr viel verschiedene Facetten, von einem doch irgendwie ähnlichen Gameplay. Man rollt mit einem großen Felsen einen Hindernisparcours hinab. Das Spiel fordert enorme Präzision, bietet aberwitzige Glücksmomente, aber gleichzeitig auch viel Frust, weil es einfach sehr schwer sein kann. Die Abwechslung in den Spielmodi ist gut, dennoch bleibt das Gameplay kurzweilig. Das sehr spezielle Spielprinzip wird sicherlich nicht jeden begeistern, aber man kann sich dennoch schnell reinfleischen.

Vor allem der Editor kann punkten und das „Make“-Prinzip von „Make & Break“ ist richtig gut ausgeklügelt. Baut eure eigenen Strecken, lasst andere Spieler sich daran die Zähne ausbeißen – was bei Super Mario Maker gut funktioniert, geht auch hier. Allerdings ist auch hier die Luft verdächtig schnell raus. Am besten ist es, man spielt Rock of Ages 3 in kurzen Abständen, rollt immer wieder drauf los. Denn wer es zu lange am Stück spielt wird frustriert und gelangweilt den Controller niederlegen.


Bewertung

Pro

  • Lustige Story
  • Kurzweilige Glücksmomente
  • Abwechslung im Gameplay
  • Sehr guter Editor

Contra

  • Frustrierender Schwierigkeitsgrad
  • Teils eintöniges Gameplay
  • Kein Dauerspaßgarant

Grafik 8 von 10
8/10
Sound 7 von 10
7/10
Story 7 von 10
7/10
Gameplay 6 von 10
6/10
Umfang 7 von 10
7/10
Multiplayer 6 von 10
6/10
Spielspaß 8 von 10
8/10
7

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