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Mit Legendary Eleven ist diesen Monat ein Fußballspiel erschienen, welches mit Retrofeeling und kurzweiligem Arcadespaß überzeugen möchte. Wir haben die Schienbeinschoner angezogen und für euch den Rasen umgepflügt.

Tempo, Tricks und tolle Tore

Legendary Eleven versteht sich nicht als Simulation, sondern möchte mit kernigem Fußballspaß für gute Laune sorgen. Somit ist das Gameplay des Titels auch ziemlich limitiert und es gibt relativ wenig Optionen. Ihr könnt natürlich den jeweils aktiven Spieler steuern und der Defensive mit Tackling oder Blutgrätsche versuchen, den Ball zu erobern. Seit ihr in Ballbesitz, sind neben dem Sprint vor allem kurze Pässe die beste Option, um schnell zum gegnerischen Tor zu kommen.

Das liegt vor allem daran, dass euch bei einem Sprint schnell die Puste ausgeht und zudem eure Gegner euch sehr schnell vom Ball trennen werden. Also heißt es, das kleine HUD im Auge behalten, freien Mann suchen und ab mit der Kirsche nach vorne. Lange den Ball halten ist demnach keine gute Option, also fackeln wir nicht lange und hauen die Kugel schnell aufs Tor.

Die Torhüter in Legendary Eleven sind absolute Graupen, sie können selbst in den Nationalmannschaften keine Bälle festhalten und lassen das runde Leder nur irgendwohin abklatschen. Also nicht nur in der englischen Nationalmannschaft, sondern in allen... das führt dann natürlich zu wenig realistischen Spielszenen, sorgt aber auch dafür, dass eigentlich ständig Action angesagt ist, außer der Ball ist im Aus oder der Schiri pfeift.

Tore schießt man vor allem dadurch, dass man den Ball schräg am Torwart vorbei zielt, so wie man es von anderen, alten Fußballspielen her kennt. Platzierte Schüsse mit Effet oder andere Variationen sind Fehlanzeige. Ein sicherer Garant für einen Treffer ist meistens der aufgeladene Super-Schuss, der sich durch erfolgreiche Aktionen wie Dribblings auflädt. Einmal aufgeladen und in Tornähe kann man sich den Ball dann selber hochlegen und mit Scherenschlag oder Fallrückzieher in die Maschen dreschen.

Holprig ist nicht nur der Acker

Der Titel will an die Zeiten der 70er bis 90er Jahre erinnern und hat dafür einen passenden Grafikstil gewählt, der an die Farben der Röhrenfernseher von damals erinnert. Natürlich ist auch der Look der Spieler dieser Zeit in den comichaften Figuren nachgebildet. Der Sound kann nicht so begeistern, ist für ein kleines Arcadegame dieser Art aber angemessen.

Der Umfang für den Preis von knapp 15 Euro geht mit den 36 verschiedenen Mannschaften, einigen Wettbewerben und dem Multiplayer für zwei Spieler durchaus in Ordnung. Etwas schlechter weg kommt Legendary Eleven dann eher beim Gameplay, dann die Attacken der Spieler und die - nennen wir es mal Hitboxen - sind sehr ungenau. Oft hat man auch das Gefühl, vor allem zum Nachteil der menschlichen Spieler. Die Gegner-KI grätscht gefühlt ein paar Meter vorbei und kommt dennoch an den Ball, während man selber nah dran ist und den Zweikampf verliert. Da wird Legendary Eleven doch ziemlich ungenau. Da man bei einem verlorenen Zweikampf erstmal seinen Spieler vergessen kann, da er mal tief durchatmen muss, ist viel Rennerei und Spieler wechseln angesagt. Hier wäre etwas mehr Genauigkeit und Planbarkeit der Aktionen schön gewesen.

Ebenfalls ziemlich ungenau wirken die Standards. Hier sind man beispielsweise beim Abstoß oder bei Ecken eine verzerrte Sicht und muss zunächst den gewünschten Zielbereich wählen und dann im passenden Moment schießen. Trifft man nicht den grünen Bereich, wird der Ball natürlich ungenauer und sein Ziel im roten Bereich deutlich verfehlen. Das kann man natürlich so umsetzen, aber auch das wirkt für einen Arcadetitel dieser Art etwas zu schwerfällig.

Durchaus nett sind hingegen die Sticker, die auch an die Zeit von damals erinnern, die man sich im Laufe des Spiels durch Siege verdienen kann. Diese kann man als Boosts in den Spielen einsetzen und so bestimmte Spieler oder Bereiche verbessern, um die eigene Mannschaft aufzuwerten. Einige dieser Sticker verbessern schon spürbar euer Team, bei anderen merkt man keinen Unterschied.

Fazit

Legendary Eleven ist durchaus spaßig für eine nicht ernstgemeinte Runde Fußball zwischendurch. Mit ein paar coolen Tricks den Ball per Traumtor in die Maschen setzen macht durchaus mal Freude.

Es gibt allerdings auch ein "ABER": Das Gameplay ist teilweise sehr holprig, vor allem in den Zweikämpfen. Zudem hätte man bei Standards oder Art der Supershots mehr Variationen bieten können.

Für den kleinen Preis erhält man also ein spielerisch ungenaues aber mal was anderes Fußballspiel, welches an alten Zeiten erinnert.


Bewertung

Pro

  • Erinnerung an gute, alte Zeiten
  • Kurzweiliger Spielspaß

Contra

  • Hakeliges Gameplay
  • Zu wenig Abwechslung bei Spieler-Bewegungen

Sound 7 von 10
7/10
Grafik 8 von 10
8/10
Gameplay 6 von 10
6/10
Umfang 7 von 10
7/10
Multiplayer 6 von 10
6/10
Spielspaß 7 von 10
7/10
7

1 Kommentar

iFloGER Do, 17.01.2019, 18:44 Uhr

Puh ich weiß nicht. Bin mit Fifa gut bedient, ich glaub das reicht auch erstmal.

Wenn das Gameplay so holprig ist, wird die Enttäuschung zu groß sein.