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Leider ist Close to the Sun nur ein simples, eindimensionales First-Person-Adventure. Close to the sun, welches von der Story und vom Setting her stark an Bioshock erinnert, schafft es nicht, uns komplett zu überzeugen. Lest in unserem Review, warum.

Die Story fängt gut an…

… lässt dann aber schnell nach. Ihr schlüpft in die Haut von Rose Archer, die auf mysteriöse Weise von ihrer Schwester per Brief aufgefordert wird, zur Helios zu kommen, einem großen Schiff, welches alle wichtigen Wissenschaftler vom Anfang des 20. Jahrhunderts zusammenbringt und für seltsame Zwecke zusammengerufen hat. Allen voran Nicola Tesla. Doch bereits beim Ankommen auf dem Schiff merkt man, dass da wohl etwas schiefgelaufen ist: Gruselige Graffitis an den Wänden, menschenleere Räume und zerstörte Umgebungen…

Anfangs ist alles noch sehr spannend. Nach und nach erfährt man mehr über die Hintergründe, das Setting gefällt Bioshock-Fans sofort und die Verschwörung rund um verrückte Experimente spitzt sich zu. Vor allem die schönen Schatteneffekte und das Gefühl des Alleinseins sorgen für kleine Gruselmomente.

Doch ist es schnell mit der Spannung vorbei, da „Close to the sun“ es nicht schafft, die Kurve zu bekommen und das Ganze schnell genug zuzuspitzen. Da es keine Action gibt, keine Waffen und keine Kampfpassagen, hat man schnell einfach das Gefühl ganz alleine alles ein wenig zu erkundschaften, ohne echte Gefahren. Wenn die ersten Actionpassagen kommen, so wirken sie konstruiert, ohne echte Gefahr. Schade ist auch, dass hier die Grafik dem Spiel einen kleinen Strich durch die Rechnung macht. Denn die Umgebungen sind schön gemacht, gruselig und eindrucksvoll. Doch sobald Menschen oder andere Wesen ins Spiel kommen, wirkt das Ganze eher mau und altbacken, es verliert an Atmosphäre.

Vom Erkunden und Entdecken hab ich genug

Insgesamt hat man schnell alles gesehen, das ist das Problem. In unseren Let’s Plays sieht man, dass Close to the sun als gruseliges Story-Spiel anfängt, dann aber die Kurve nicht bekommt, um mehr Action einzubringen. Man bewegt sich in einer sehr linearen Umgebung hin und her, braucht eigentlich nichts zu fürchten, hebt Dinge auf, betätigt Hebel und das war’s dann auch schon. Mehr Gameplay gibt es dann leider auch nicht. Die Action, die später durch eine Art Monster kommt (Zeitmonster, welche irgendwie die Risse in der Zeit ausnutzen), ist eher gescriptet und man hat nicht, wie im Vergleich zum Hit Bioshock, irgendwie Kampfmöglichkeiten – es geht immer nur ums Wegrennen.

So bleibt das Spiel sehr eindimensional. Die englische Synchronisation ist sehr gelungen, weshalb die meisten Punkte insgesamt an die Atmosphäre gehen. Da der Umfang ebenfalls nicht sonderlich groß ist und es selbst einen Erfolg dafür gibt, das Spiel in unter 3 Stunden durchzuspielen, ist das Positivste, was man über das Spiel sagen kann, dass es kurzweilig ist. Denn abseits von der linearen Story, die einmal erlebt auch keinen großen Wiederspielwert hat, gibt es nichts Spannendes.

Fazit

Eigentlich kann man nur sagen: Schade. In Close to the sun schaffen es die Entwickler, einen mit einer Bioshock-ähnlichen Story und Atmosphäre in ihren Bann zu ziehen. In der anfangs noch recht gruseligen Story erkunden wir ein Schiff, in dem ein wissenschaftliches Experiment schiefgelaufen zu sein scheint… Doch schnell ist der Zauber verschwunden und man hat nur noch ein komplett lineares Spiel mit etwas altbackener Grafik und wenig Erkundungsmöglichkeiten, dessen Story dann doch nicht die Kurve bekommt, um so richtig spannend zu werden.

Hier wurde insgesamt viel Potential verschenkt, denn die Geschichte böte deutlich mehr an Umsetzungsmöglichkeiten. Allem voran leidet das dann doch irgendwann langweilige Gameplay, da so richtige Action (und dadurch Einfluss auf Story oder Spielverlauf) fehlt. Close to the sun bleibt somit ein kurzweiliges Spiel, das aber leider keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.


Bewertung

Pro

  • Zeitweise schöne Gruselatmosphäre
  • Spannende Story
  • Ruhiges Gameplay

Contra

  • Spannungskurve der Story kommt zu spät
  • Actionfreies Gameplay
  • Sehr linear
  • Grafisch etwas altbacken

Grafik 6 von 10
6/10
Sound 8 von 10
8/10
Story 8 von 10
8/10
Gameplay 5 von 10
5/10
Umfang 6 von 10
6/10
Spielspaß 6 von 10
6/10
6

1 Kommentar

Bibo1 So, 03.11.2019, 14:44 Uhr

Schade. Ich hatte auf ein Bioshock-ähnliches Spiel gehoft aber das ist ja mehr Walking Simulator/Visual Novel. Wird vielleicht mal "gespielt" wenn es im GP erscheint.