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Curve Digital bietet mit American Fugitive laut eigener Beschreibung eine moderne Version der klassischen Sandbox-Action. Damit erhält man als Spieler eine klassische 3D-Top-down-Perspektive, die einen an GTA 2 erinnert. Ob das Spiel es mit dem Rockstar-Kracher aufnehmen kann, oder nur ein Rohrkrepierer ist, erfahrt in unserem Test

Es begann alles in einer schwülen Nacht

Man übernimmt als Spieler die Rolle von Will Riley. Der gute Mann will sich zu Hause gerade ein Bierchen aufmachen, als er einen Anruf erhält und nach seinem Vater schauen muss. Er begibt sich zum Haus und findet dort einen fremden Wagen vor der Haustür. Eine kurze Durchsuchung des Hauses ergibt, dass der Vater kaltblütig ermordet wurde!

Wie es der Zufall will, taucht gerade dann die Polizei auf. Natürlich wird man sofort verhaftet und es werden auch keine Untersuchungen angestellt, ob man wirklich der Mörder ist oder nicht. Zumal auch ein ausgewiesen fremdes Auto weiterhin direkt vor dem Eingang stand. In Folge dessen landet man im Knast.

Bei der Story haben sich die Macher des Spiels also wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Sei es drum. Bei gutem Gameplay lässt sich ja so mancher Schnitzer verzeihen.

Prison Break

Es ist natürlich auch total easy aus dem Knast wieder auszubrechen. Während des Ausbruchs lernt man auch schon die Basics kennen. Man lernt, wie man in Häuser einbricht, um Loot zu bekommen und wie das Inventar funktioniert. Die vielseitig umher stehenden Büsche, die prima Stealthmöglichkeiten abgebeben hätten, werden leider nicht dazu genutzt. Sie sind halt nur Deko.

Ansonsten wetzt man vor der Polizei davon, springt ins nächste Haus, deckt sich dort mit neuer Kleidung ein und schwupps erkennen einen die Polizisten natürlich nicht mehr. Die Polizisten sind vermutlich in dem Spiel stark der Mode verschrieben und wenn das Outfit nicht zum Fahndungsbild passt, kann es sich dabei auch nicht um die gesuchte Person handeln. Ganz einfach.

Grand Theft Auto-Light

Man kommt nicht umher, sich an GTA 2 erinnert zu fühlen, wenn man das Spiel zockt. Die Perspektive und das Gameplay ähneln sich zu einer gewissen Weise doch recht stark. Allerdings mit einem markanten Unterschied.

Die Missionen sind in American Fugitive stark repetitiv und häufig auch etwas langweilig. Hole A nach B und klaue Fahrzeuge. Dabei sind die Polizisten dann plötzlich mega aufmerksam und rasten schon völlig aus, wenn man beim Nachbar unerlaubt über den Rasen läuft.

Das nervt dann in Kombination etwas. Zusätzlich dazu kann man einen Polizeiwagen nicht überholen, ohne direkt eine Verfolgung zu triggern. Selbst wenn man im Schneckentempo an der Streife vorbeifährt, gibt es Ärger.

Hin und wieder machen die Momente in den Missionen auch Spaß, aber meist fühlt es sich mehr nach Arbeit an.

Fazit

American Fugitive wartet mit einer eher zweckdienlichen Story auf, die keinen wirklich hinter dem Ofen hervorlockt. Aber die Story ist ja nicht das Hauptattribut, weswegen man ein solches Spiel spielt.

Das Gameplay lässt allerdings auch zu wünschen übrig. Die Missionen sind teilweise langweilig und repetitiv. Dazu gibt es keine Zielhilfe, die angeben würde, in welche Richtung man überhaupt schießt. Die Steuerung ist also für den Controller ebenfalls nicht optimal umgesetzt.

Insgesamt bietet der Titel viele nette Ideen, die aber nur halbherzig ihren Weg ins Spiel gefunden haben. Die Polizei ist zudem etwas zu scharf unterwegs und schießt den Protagonisten schon wegen Lapalien nieder. Das Spiel verpasst somit die Chance, bewährte Spielmechaniken spannend aufzutischen und verschenkt einiges an Potential.

Für eine kleine Abwechslung zwischendurch lässt sich der Titel sicherlich gut mal spielen, aber dafür ist der Preis mit 20 Euro noch etwas hoch angesetzt. Zwar gibt es schon eine gewisse Menge an Inhalt, aber dieser müsste spannender umgesetzt sein. Unsere Empfehlung ist daher, das Spiel mal in einem Sale mitzunehmen.


Bewertung

Pro

  • Nette Grafik
  • Cooler Soundtrack
  • Leichter Einstieg

Contra

  • Missionen sind etwas langweilig
  • Steuerung ist nicht optimal umgesetzt
  • Story ist schwach
  • Dumme KI

Grafik 7 von 10
7/10
Sound 7 von 10
7/10
Spielspaß 6 von 10
6/10
Gameplay 6 von 10
6/10
Umfang 6 von 10
6/10
Story 5 von 10
5/10
6

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