Enslaved: Odyssey to the West

 

Gamefacts: Allgemeine Infos zu Enslaved: Odyssey to the West

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Plattform: Xbox 360
Publisher: BandaiNamco
Genre: Action
Xbox Live: Nein / Kinect: Nein
Spieler im Multiplayer: Keine
Sprache (Text/Ton): Deutsch/Deutsch
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Erscheinungsdatum: 08.10.2010
Deine Wertung: None , Durchschnitt: 6.2 (638 Wertungen)
 

Review: Der Testbericht zu Enslaved: Odyssey to the West

15. Oktober 2010 - 10:48 - XBU Dirty

Die Demo-Version von Enslaved: Odyssey to the West hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Zum Einen √ľberraschte die Pr√§sentation und weckte bei vielen Spielern eine gesteigerte Neugier und zum Anderen fiel die gew√∂hnungsbed√ľrftige Steuerung auf. Aber da eine Demo nun mal eine Demo ist und nicht alles ans Licht bringt, haben wir uns ins Action-Abenteuer gest√ľrzt, um dem Titel auf den Zahn zu f√ľhlen. Ob Enslaved die Spielewelt bereichert oder eher nicht, k√∂nnt ihr in unserem Review erfahren.

Da war doch mal was mit Arnie

Im Kinofilm "Terminator" konnte man schon sehen, was geschieht, wenn mechanische Kreaturen, welche von Menschenhand geschaffen wurden, die Weltherrschaft an sich rei√üen wollen. Enslaved: Odyssey to the West erz√§hlt eine andere Geschichte, welche aber in einer √§hnlichen Zeit angesiedelt ist. Die Mechs regieren die Welt und haben die wenigen noch lebenden Menschen gr√∂√ütenteils versklavt, w√§hrend die verlassenen St√§dte der Menschheit von der Natur zur√ľckerobert werden und verfallen. Ihr befindet euch in einer Gefangenenkapsel auf einem Sklavenraumschiff, welches zur Notlandung in New York angesetzt hat. Ihr k√∂nnt euch w√§hrend des Sturzflugs zwar noch rechtzeitig aus eurem Gef√§ngnis befreien, doch ohne rechtzeitiges Betreten einer Rettungskapsel, k√∂nnt ihr den Rest der Geschichte nicht erleben. In letzter Sekunde -nicht ohne die ersten mutigen Kletteraktionen und Mech-Angriffe bew√§ltigt zu haben- erreicht ihr die letzte Rettungskapsel. Diese ist jedoch bereits besetzt und ihr k√∂nnt nur noch als Huckepackpassagier auf die √§u√üerst unsanfte Reise gehen.

In der √ľberwucherten Ruinenstadt New York gelandet, lernt ihr den Passagier der Rettungskapsel n√§her kennen. Trip hei√üt eure neue, √§u√üerst attraktive Partnerin, wenngleich die Partnerschaft einen bitteren Beigeschmack mit sich bringt. Ihr habt n√§mlich gar keine andere Wahl, als Trip's aufopferungsbereiter Begleiter zu sein, da sie euch ein programmiertes Sklavenstirnband verpasst hat. Falls ihr euch zu weit von Trip entfernt oder Trip ihr Leben verliert, macht auch ihr euren letzten Atemzug. Ihr habt also keine andere Wahl, wie auch Trip sie nicht hatte, denn ohne eure Hilfe wird sie ihren 300 Meilen entfernten Heimatort niemals erreichen. Allein stehen Trip's Chancen gegen die unz√§hligen Mechs gleich Null.

So bleibt eurem Protagonisten keine Option und muss sich jedem Befehl von Trip f√ľgen, auch wenn die √úberzahl der Mechs noch so gro√ü ist. Zum Gl√ľck hat euer Held seinen futuristischen Kampfstab dabei, um den verschiedenen Mechs nicht mit leeren H√§nden gegen√ľber zu stehen. Erstes Ziel der beiden "Freunde" ist die Absturzstelle den Sklavenschiffs, denn das 300 Meilen entfernte Ziel l√§sst sich am einfachsten mit einem PS-starken Bike erreichen, welches euer Protagonist im Sklavenschiff zur√ľcklassen musste. Eine lange, kletter- und kampfreiche Reise nimmt seinen Lauf, auf der Geschick und Kampfkraft das A und O ist. Trip als √§u√üerst geschickte Technikerin und Monkey als unerbittlicher Kampf- und Kletterspezialist, m√ľssen als eingespieltes, gut harmonierendes Team agieren, wollen sie in der farbenpr√§chtigen, aber enorm gef√§hrlichen Umwelt √ľberleben.

Enslaved: Odyssey to the West erzählt eine filmreife, unverbrauchte Story, gespickt mit Humor, Spannung, reichlich Action, Kombinations- und kleinen Geschicklichkeitsaufgaben sowie harten Kämpfen gegen Mechs und gewaltige Bossgegner.

Hallo, kann mich jemand hören?

Den Entwicklern und vor allem auch den deutschen Synchronsprechern ist es durch eine √§u√üerst beeindruckende Erz√§hlweise gelungen, mit Enslaved: Odyssey to the West die Sinne des Gamers zu berauschen. Die Dialoge zwischen den einzelnen, wenigen Charakteren sowie die Zwischensequenzen sind durchweg gl√§nzend in Szene gesetzt, ohne sich insgesamt gesehen, in den Vordergrund des Geschehens zu stellen. Man wird als Gamer sogar dazu verleitet, zwischen den Zeilen lesen zu wollen, als w√ľrden die Charaktere eine Art Kammerspiel pr√§sentieren, so dass man durchaus von einem gesteigerten Identifikationspotenzial sprechen kann. Dies nimmt man in der Regel eher einem Rollenspiel-Titel ab, denn in einem Action-Adventure geht der Tiefgang durch Dialoge des √Ėfteren baden.

Die Leistungen der deutschen Sprecher seien hier noch einmal deutlich erw√§hnt. Jeder Sprecher verpasst -durch jederzeit passende Stimmlage und gekonntem Feingef√ľhl- seinem jeweiligen Charakter einen professionellen Stempel auf. Nur Lippensynchron sieht irgendwie anders aus, wobei man hier aber gern eine Ausnahme machen darf, indem man einfach dar√ľber hinweg sieht und die besonders sch√∂ne Erz√§hlweise genie√üt. Als weiteres, kleines Manko wollen wir die technische Vertonung der Dialoge nicht verschweigen und man darf berechtigt die Frage stellen, warum die Dialoglautst√§rke immer wieder so stark schwankt, dass mit den Standard-Spieleinstellungen noch nicht mal mit einem Dolby Surround Headset ein Wort zu verstehen ist. Ein v√∂llig unn√∂tiger Mangel, der vor Release aufgefallen sein muss und dringendst h√§tte behoben werden m√ľssen. Hier hilft euch nur der Gang in die Spieloptionen und m√ľsst euch ordentlich an den verschiedenen Audioreglern zu schaffen machen, wollt ihr auf die Untertitel verzichten. Die Tonschwankungen der Dialoge m√ľsst ihr aber -selbst nach pers√∂nlicher Einstellung- weiterhin hinnehmen.

Ansonsten werdet ihr mittels sehr gutem Adventure-Soundtrack, dem Waffensound, den Geräuschen aller Arten von Mechs und sämtlichen Effekten bestens bedient. Wären die erwähnten Schwächen nicht präsent, hätte Enslaved: Odyssey to the West hier locker eine Wertung >90% verdient. Schade, denn knapp daneben ist auch vorbei.

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Fazit

Bild von XBU Dirty

Einerseits haben wir einige Macken feststellen m√ľssen, die die Wertung manch anderer Titel nach unten gedr√ľckt h√§tte bzw. hat, aber andererseits kann Enslaved: Odyssey to the West etwas vorweisen, was man bisher selten in einem Videogame vorgefunden hat: Ein kinoreif pr√§sentiertes Abenteuer, vollgepackt mit Atmosph√§re, Emotionen und hohem Unterhaltungswert. Eine ausgesprochen gute Story, interessante Charaktere mit √ľberzeugenden Animationen und passenden Dialogen erwecken sicher bei vielen Gamern das gew√ľnschte Spielspa√ü-Gef√ľhl. Enslaved: Odyssey to the West lebt ganz und gar vom H√∂ren, Sehen und Erleben.

Wer allerdings ein anspruchsvolles, knackiges Kampf- und Geschicklichkeitsabenteuer erwartet, wird durch die fehlende Herausforderung sicher ein St√ľck weit entt√§uscht werden. Auch der fehlende Mehrspieler-Modus steht dem Titel nicht gut zu Gesicht und l√§sst diesbez√ľglich einiges an Potenzial auf der Strecke.

Enslaved: Odyssey to the West spielen ist wie ein gem√ľtlicher Filmabend auf der Couch, mit Popcorn, Chips, k√ľhlen Getr√§nken und einem Ende mit WOW-Effekt. Ein Titel, der durch einige, wenige Handgriffe ein echtes Highlight h√§tte werden k√∂nnen.

F√ľr die begeisternde Erz√§hlweise vergeben wir einen XBoxUser Special Award!

85%

Wertungen

Grafik:
87%
 
Sound:
88%
 
Story:
91%
 
Umfang:
78%
 
Spielspaß:
88%
 
Gameplay:
78%
 
Multiplayer / XBL:
0%
 
Gesamtwertung:
85%
 

Pro & Contra

Pro:
+ Kinoreife Story
+ Wunderschöne Erzählweise
+ Tolle Charaktere
+ Sehr gute Präsentation
+ Hoher Unterhaltungswert
+ Frustfreies Spielen

Contra:
- Wenig herausfordernd
- Kantenflimmern
- Zeitweise Lautstärkeschwankungen während der Dialoge
- Teilweise abgehackte NPC-Animationen

 
 
 
 
 
 

Tipps & Tricks zu Enslaved: Odyssey to the West

 

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