Brink - Drittes Entwicklertagebuch vom Lead Writer

 

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8. März 2010 - 21:38 - XBU MrHyde

Brink

Bethesda Softworks veröffentlicht mal wieder einen heutzutage eher "unytpischen" Teil eines Entwicklertagebuchs zu Brink. Während uns permanent die Tagebücher sämtlicher Entwickler in Videoform um die Ohren fliegen, darf man hier noch selber lesen. Also rein in die Informationen von Ed Stern, dem Lead Writer beim britischen Entwickler Splash Damage Ltd., der diesmal über die Hintergrundgeschichte von Brink und deren Entwicklung philosphiert.

Brink Entwicklertagebuch Nr. 3 - von Ed Stern:

Die Zeichen an der Wand

Wir bei Splash Damage glauben, dass die Umgebung eines Spieles das beste erzählerische Element ist, das wir haben. Eine fesselnde Lebenswelt ermöglicht es den Spielern, Informationen aus der Umgebung zu ziehen, ohne dass ein NPC sie darüber aufklären muss, was geschehen ist. Wir wollen, dass unsere Spielumgebung die Geschichte erzählt, also muss sie voller Details stecken.

Wir haben ein internes Designziel entwickelt, das wir IDC nennen, “Instant/Deep Context” - sofortigen, tiefgehenden Zusammenhang. Im Grunde handelt es sich um die alte erzählerische Weisheit “Zeigen, nicht beschreiben”. IDC bedeutet, dass ein Spieler, der Spielobjekte sieht, augenblicklich und intuitiv deren Sinn erkennt (das ist mit “sofortig” gemeint). Je mehr man sich mit den Objekten auseinandersetzt, desto deutlicher wird ihre Bedeutung für die Geschichte, und desto besser versteht man die Funktionsweise der Spielwelt und ihre Entwicklung bis hin zu diesem Punkt (so viel zur Erklärung der “Tiefe” in unserem Designziel).

Wie haben wir also die Geschichte und die Umgebung von Brink entworfen?

Das Problem

Als wir anfingen, hatten wir nichts weiter als ein leeres Stück Papier (also gut, es war ein Bierdeckel - na und?). Wir wussten schon, das die Umgebung unseres nächsten Spiels verschiedene Voraussetzungen erfüllen sollte: Das Spiel sollte an einem Ort stattfinden, an dem die Spieler noch nie zuvor gewesen waren, und es sollte ihnen etwas zeigen, was sie noch nie gesehen hatten. Wir wollten, dass die Umgebung unsere Character und Environment Artists genauso inspiriert wie die Level Designer, damit sie auf coole Ideen für die Karten und Ziele des Spiels kommen. Außerdem brauchten wir eine Story, die die Spieler an einem Ort interessiert hält, den sie nicht verlassen können, und die trotzdem Kontraste in der Umgebung ermöglicht.

Wir planten einen Action-Shooter, deshalb sollte er nicht zu weit in der Vergangenheit spielen (Nahkampf und Magie), aber auch nicht zu weit entfernt in der Zukunft (Laserwaffen, die ja eine Art Fern-Magie sind).

An welch einem Ort, der all unseren Vorstellungen von Erzählung und Design entsprach, könnte unser Spiel stattfinden?

Eine Salzlösung

Wir verbrachten viel Zeit auf Geoff Manaughs brillanter Website über Architektur, Futurismus und Infrastruktur bldblog. Wir sahen uns die Science-Fiction-Türme des Burj Al Arab-Hotels an, die Masdar Initiative, die Gebäude von Santiago Calatrava, die visionäre (und traurigerweise unvollendete) Stadt Arcosanti von Paolo Soleri, Patrick Salsburys Oceana und die Shimizu-Pyramide. Und dann wurde uns klar, dass eine Art Öko-Projektstadt auf einer künstlich angelegten Insel genau das war, wonach wir suchten. Die Idee unserer Spielwelt lag nah genug, um den heutigen Zeitgeist zu berühren, aber weit genug entfernt in Raum und Zeit, um fremd zu wirken. Sie wurde zu einem konstruierten, künstlich hergestellten Raum mit einer für das Gameplay sehr geeigneten Geometrie. Sie hat ihre eigene Entwicklungsgeschichte und hält Raum für viele weitere Geschichten offen.

Erst nachdem wir uns über erfundene Pressemeldungen und Investorenprospekte für unser fiktionales Ark-Projekt lustig gemacht hatten, viel mir wieder ein, dass in meiner Anfangszeit bei Splash Damage, im Jahr 2002, Paul einmal erwähnt hatte, dass er gerne eines Tages ein Spiel machen würde, das auf einer Arche spielt. Ich steckte zu der Zeit bis zu den Knien in der Suche nach Referenzfotos und Informationen über den zweiten Weltkrieg für Wolfenstein: Enemy Territory und wusste nicht, was er meinte. Aber heute weiß ich es.

Quelle: BethesdaSoftworks

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Verfasst von XBU Dirty am 9. März 2010 - 8:52.



Sehr interessant und bedeutend informativer als die üblichen Videoschnipsel in Werbeformat.

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