Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen
Gamefacts

Genre: Action
Xbox Live: Nein
Spieler im Multiplayer: 2
Sprache (Text/Ton): Deutsch/Deutsch
USK: Freigegeben ab 6 Jahren
Erscheinungsdatum: 21.01.2010
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Review
5. Februar 2010 - 10:43 - XBU MrHyde
Seit Donnerstag vor einer Woche gibt es einen neuen Film in den Kinos, der Familien mit Kindern ansprechen soll. Das dürfte erst einmal gar nicht so einfach sein, denn schon der Titel "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" klingt nicht gerade hitverdächtig. Wie soll sich da erst das passende Videospiel machen, wo Lizenztitel ohnehin schon oft schwer im Magen liegen. Wir haben von dem Spiel gekostet und berichten euch nun von dem Resultat.
Eine Nominierung für den Literaturnobelpreis...
... würde vermutlich eher eine Rolle bedrucktes Toilettenpapier erhalten, als die Storyline des vorliegenden Videospiels. Marcel Reich-Ranicki würde wahrscheinlich die Stimme erzittern, wenn er darüber philosophieren müsste. Dabei hatte das Kinderbuch, welches als Vorlage für den Film diente, diverse Auszeichnungen erhalten und ist vor allem bei Kindern sehr beliebt.
Hier hat man sich beim Videospiel aber erst überhaupt keinerlei Mühe gemacht, dem Spieler zu erklären, worum es überhaupt geht, was der ganze Sinn der Dinge ist und wieso überhaupt Essen vom Himmel fällt oder uns sogar angreift. Von Story ist also weit und breit keine Spur, man ist als Spieler gänzlich allein gelassen und findet keinen roten Faden beim Spielen der Kampagne.
Brei als Hauptmahlzeit
Wie der Titel an sich schon vermuten lässt, spielen Nahrungsmittel eine Hauptrolle in dem Spiel. Wie wir Produktbeschreibungen und dem Film entnehmen können, ist der Erfinder Flint Lockwood schuld daran, dass es Essen vom Himmel regnet. Es tropft Chilisoße vom Himmel, die - warum auch immer - den Protagonisten bei längerem Kontakt damit sterben lässt. Es fallen Würstchen und andere Produkt herab oder warten darauf, euch zu Hackfleisch zu verarbeiten.
Das ganze Design und die Darstellung dessen ist aber absolut nicht schmackhaft, sondern eindeutig unappetitlich. Die Grafik ist derart lieblos, mies und detailarm gestaltet, dass man das schon auf dem Amiga vor fast 30 Jahren besser gesehen hat. Klar gibt es hier eine Prise mehr Polygone und vielleicht ein Löffelchen mehr Pixel, aber wenn man Hardware und drei Jahrzehnte Entwicklung in der Videospielindustrie berücksichtigt, war R-Type auf dem Amiga eine Delikatesse und Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen ist ein Stück zerfallenes Gammelfleisch.
Aber nicht nur, dass man Kindern hier einen billig produzierten Pixelbrei vorsetzen will, der ekelig aussieht: Er ist auch noch voller Fehler. Es ist schon erstaunlich zu sehen, dass bei so wenig Details und so linearem Design immer noch so viele Clipping-Fehler und unstimmige Kollisionsabfragen in einem "fertigen" Produkt zu finden sind. Diese Suppe hätte man deutlich länger auf der Entwickler-Platte kochen müssen.
Bilder anklicken für Vergrößerung:Meine Mutter hat, als ich noch ein kleines Kind war, zu mir gesagt: "Mit Essen spielt man nicht" und das hat bis heute seine Gültigkeit.
Da möchte man nun auch bei "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" nicht die Regel brechen, denn diese Kost ist für jeden Gamer absolut ungenießbar. Ein lineares, langweiliges Leveldesign vollgespickt mit verdorbener Grafikkost untermalt von lauwarmer Kommentarsuppe, das schmeckt keinem Spieler.
Wer auf Gamerscorejagd ist und sich selber eine Superspiele-Diät verordnen möchte, darf sich ran trauen, solle aber vorher eine Flasche Magenbitter kaltstellen.
Wer sich dieses Spiel selber serviert, muss damit rechnen, sich ordentlich den Magen zu verderben. Wir raten daher: Finger weg und das Geld lieber in leckere Pizza investieren.
Wertungen
Pro & Contra
Pro:
+ Leichte Gamerscore-Punkte
Contra:
- Miserable und veraltete Präsentation
- Trotz technischer Hausmannskost noch Clipping-Fehler
- Komplett sinnloses Setting
- Schwache & lahme Synchronisation
- Feste Kamera mit totem Winkel



