Max Payne 3

 

Gamefacts: Allgemeine Infos zu Max Payne 3

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Plattform: Xbox 360
Publisher: RockstarGames
Genre: Action
Xbox Live: Ja / Kinect: Nein
Spieler im Multiplayer: 2-16
Sprache (Text/Ton): Deutsch/Englisch
USK: Keine Jugendfreigabe
Erscheinungsdatum: 18.05.2012
Deine Wertung: None , Durchschnitt: 7.6 (141 Wertungen)
 

Review: Der Testbericht zu Max Payne 3

25. Mai 2012 - 9:54 - XBU Philippe

Für viele ist er zum Kult geworden und jetzt, nachdem 2003 der zweite Teil rauskam, warteten die Fans sehnsüchtig auf die Fortsetzung. 9 Jahre Wartezeit und Max Payne 3 steht in den Verkaufsregalen. Max ist älter geworden, soll aber nichts von seinem Sarkasmus, Verbitterung und Stil verloren haben. Wir haben uns das Spiel von Rockstar angeschaut und verraten euch, ob Max auch 2012 noch Kultpotential hat.

Max ist zurück… ohne Wenn und Aber.

Das Leben des jungen New Yorker Detectives Max Payne wurde in einer einzigen düsteren Nacht zerstört, als er bei seiner Heimkehr seine Frau und Tochter tot vorfand. Begangen wurde dieses brutale Verbrechen von einigen Junkies, die unter dem Einfluss der allerneusten Designerdroge in einen Blutrausch geraten waren. Nachdem er sich an den Beteiligten gerächt hatte, war zwar sein Bedürfnis nach Vergeltung gestillt, aber nichts konnte den Schmerz des Verlusts lindern.

Desillusioniert von der korrupten Polizeiarbeit und im ständigen Kampf mit seinen Dämonen verließ Max schließlich das NYPD, wandte sich einer gefährlichen Mischung aus Alkohol und Pillen zu und verbrachte die nächsten Jahre im Dunst schäbiger New Yorker Bars und in den Armen leichter Mädchen. Bis ein alter Freund wieder in sein Leben trat und eine Chance auf einen Neustart brachte…

Steigt also mit Max Payne in eine korrupte Welt, angefangen in Brasilien. Ohne dass ihr es wollt und ohne bewussten Einsatz, befindet ihr euch mitten in einem Bandenkrieg, beschützt wehrlose Frauen und knallt einen Guerillakrieger nach dem anderen ab.

Wer das Cover von Max Payne 3 gesehen hat, die vielen Artworks, Screenshots und Trailer mit kritischem Auge beobachtet hat befürchtet: Aus Max Payne ist ein völlig banaler Shooter geworden. Aber da muss man schnell widersprechen: Dem ist nicht so! Wer das Spiel einlegt und sich durch die wirkliche längere Story durchkämpft (wir schätzen 12-18 Stunden Spielzeit, abhängig vom Schwierigkeitsgrad), der stellt schnell fest, dass man der Serie treu geblieben ist und den Charakter frei weiter entfaltet, ohne dabei Kompromisse einzugehen oder stagnierend zu bleiben. Die geschickte Narrative verpackt die Story sehr gut und fügt sich mit Rückblenden an die ersten beiden Max-Payne-Teile nahtlos in die Geschichte des dritten Teils ein. Es herrscht ein guter Fluss, der unter anderem durch geschickten Einsatz von nostalgischen Elementen (Captain BaseBallBat-Boy…) umgesetzt wird. Allerdings, so muss man zugestehen: Die „noir“-Elemente aus den ersten beiden Teilen gehen teilweise flöten. Es gibt keine verstörenden Traummomente mehr und die Atmosphäre an sich ist zwar brutal und realistisch, aber nicht düster, gruselig. Die bunte Welt von Sao Paulo trägt dazu bei. Besonders gegen Ende des Spiels wirkt Max Payne eher wie Rambo, als dass er der vom Schicksal geplagte Detective ist. Das mag Fans der alten Spiele mit Sicherheit stören.

Kein Platz für Individualisten, dafür Story pur?

Als Rockstar-Spiel bietet Max Payne 3 relativ wenig bis gar keinen Spielraum. Das Spiel ist sehr linear und die einzelnen Levelabschnitte – wenn auch keine Tunnel – dann doch sehr strikt geregelt und abgegrenzt. Aber wirklich schlimm ist das nicht – es verhindert nur die Individualisten am Austoben. So folgt ihr gezwungen der Story; Nebenmissionen oder dergleichen gibt es keine. Allerdings gibt es Sammelobjekte! Es gibt goldene Waffen und à la L.A. Noire Hinweise für die Auflösung des Falls zu entdecken.

Was jetzt so abgehackt und „lieblos“ klingt, ist es aber nicht zwingend. Die Story ist sehr eindrucksvoll, am meisten beindruckt hat mich persönlich der geschmeidige Übergang von Zwischensequenz hin zum Gameplay. Dadurch, dass die Zwischensequenzen nicht nachgerendert sind, sondern jedes Mal aufs Neue berechnet werden, verschafft dies dem Spiel eine gewisse Dynamik. Sicher, Entfaltungsmöglichkeiten und Spielraum gibt es nicht und die Story wirkt teilweise etwas profan – doch insgesamt kann einen das Spiel richtig fesseln.

Die sehr realitätsnahe Grafik sucht und findet ihr Pendant in der Vertonung. Sowohl Sound als auch Grafik sind spitze. Gut, dass man wieder auf eine deutsche Synchronisation verzichtet hat, denn die (immer noch gleiche) Synchronstimme von Max Payne (James McCaffrey) ist einfach so unverkennbar und passend, dass man sie einfach nicht übersetzen kann. An Sarkasmus hat unser Max ebenfalls nichts verloren. Die optische Darstellung der Story, die teils an die Comic-Panele aus den alten Teilen (bewusst) erinnert ist cool und relativ einzigartig. Auch richtig gut: Die Animationen wirken superrealistisch. Euer Waffenarsenal und die Art und Weise, wie Max die Waffen nachlädt und benutzt sind sehr wirklichkeitsnah: Die Schrotflinte in der linken Hand und die Pistole in der Rechten. Beim Nachladen wird die Schrotflinte unter den Arm geklemmt und die Pistole nachgeladen. Da sieht so gut aus, dass man nur noch staunen kann.

Und der krasse Wechsel oder Sprung in die Action ist, wie bereits erwähnt, phänomenal: In einem Moment lehnt ihr euch noch gemütlich auf eurem Stuhl zurück, genießt die Atmosphäre, da stürmen plötzlich in der Szene maskierte Männer auf euch los und ihr seid augenblicklich in der Action und kontrolliert Max, der gerade einen klassischen Sprung in Bullet Time hinlegt. Und dieser fließende Übergang von Storysequenz hin zu Gameplay ist eben nur möglich, weil die Sequenzen nicht nachgerendert sondern live sind.

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Fazit

Bild von XBU Philippe

Der dritte Teil des vom Schicksal gebeutelten Max Paynes ist brutal, unterhaltsam, actionreich und storylastig. Die faszinierende optische Präsentation mit beindruckenden Animationen und einer reibungslosen englischen Synchronisation sorgen dafür, dass die etwas banale und nicht wirklich tiefgründige Story gut verpackt wird. Von einer Zwischensequenz reibungslos in die Action gehend spielt sich Max Payne wie ein Film, bei welchem der Spieler keinen Einfluss auf die Geschichte hat. Nebenmissionen? Fehlanzeige. Erkundbare Umgebung? Naja.

Doch die Action ist gut aufgezogen und das Spiel weiß durch seine Intensität und der doch hübsch verpackten Story zu überzeugen – der Zynismus des Hauptdarstellers allem voran. Max-Payne-Fans werden vielleicht die Nase rümpfen und sich fragen, warum man mehr zur Profanität hinüberschwankt (vielleicht traut sich Rockstar sich einfach nicht mehr?), doch alles in allem bleibt Max Payne 3 ein gelungenes Spiel. Wer schlussendlich die Story abgeschlossen hat, kann sich dann sogar noch in einem gut durchdachten Multiplayer austoben und im Arcademous die Rekorde knacken. Zugegeben: Es geht ein wenig der Flair der ersten beiden Spiele verloren, dafür ist die Bullet Time und die packend inszenierte Action immer noch ein Highlight.

86%

Wertungen

Grafik:
92%
 
Sound:
91%
 
Story:
84%
 
Umfang:
81%
 
Spielspaß:
86%
 
Gameplay:
84%
 
Multiplayer / XBL:
85%
 
Gesamtwertung:
86%
 

Pro & Contra

Pro:
+ Atmosphärisch inszenierte Story
+ Packende, knallharte und brutale Action
+ Bullet Time und simples Gampeplay mit komplexer Gegner-K.I.
+ Guter, innovativer Multiplayer

Contra:
- Komplett lineare Story ohne Einflussmöglichkeiten
- Weniger "noir" und weniger Tiefgang in der Geschichte als bei Teil 1 & 2
- Gameplay gegen Ende hin etwas zu sehr "Rambo"-mäßig
- Für Max-Payne-Fans ggf. etwas ernüchternd

 
 
 

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